
Man steigt immer wieder mal in die Geschichte der Normandie ein. Auch hier ist das der Fall. Ich bin schon einige Male aus gewisser Entfernung an Falaise vorbeigefahren, weil die Campingmöglichkeiten, wie in allen größeren Städten, ein bisschen eingeschränkt sind. Man muss dann das Ende der Saison abwarten und findet auch etwas, wo das Auto ohne weitere Kosten abgestellt werden kann.
In meinem Fall war das ein gebührenpflichtiger Stellplatz, der sowohl in kurzer Gehentfernung von der Burg entfernt liegt als auch, wie mittlerweile desöfteren zu beobachten, von einem kommunalen Campingplatz abgetrennt wurde. Die Vorteile liegen auf der Hand: So ein Platz braucht im Winter nur wenig Betreuung und kann daher weitgehend unbeaufsichtigt betrieben werden. Camper, vor allem die auf der Durchreise, haben so eine Möglichkeit, ein paar Tage zu stehen und der Kommune selbst bringt das ein paar Zusatzeinnahmen, was die Finanzierung solcher Plätze erleichtert. Die Ausstattung ist typisch: Es gibt nur das Nötigste; also eine Entsorgungsmöglichkeit, Trinkwasser, 6A-Strom und das war es dann mit dem Luxus. Im Gegenzug liegt der Platz in der Innenstadt.

In Falaise scheint das auch so zu sein. Ich habe aber den Eindruck gehabt, dass man dort eventuell vor der Burg auch für eine Nacht frei auf dem Parkplatz stehen kann. Sicher war ich mir aber nicht; der Parkplatz dort war ohnehin voll und Geiz(wahrscheinlich gebührenfrei gegen 500 Euronen Geldbuße) und Sparsamkeit sind nunmal zwei verschiedene Dinge.
Die Burg selbst…
…ist eine sogenannte Höhenburg, die so heißt, weil sie auf einer Anhöhe errichtet wurde(Ich musste auch erst einiges nachschlagen; Wikipedia weiß halt mehr); in diesem Fall ist das ein Hügel, der heute mitten in der Stadt liegt. Gebaut würde sie im 12, und 13. Jahrhundert. Aufgegeben in 17. Jahrhundert und unter Denkmalschutz steht sie seit 1840.

Im Zweiten Weltkrieg hat sie nur geringe Schäden erlitten, was sie um so erhaltenswerter macht. Immerhin fand in der Region eine wichtige Schlacht während der Invasion der Allierten in 1944 statt. Es handelte sich um den Kessel von Falaise, der den Alliierten den schon länger erhofften Durchbruch durch die Front der Nazis brachte.
Auch wenn man das schon öfters gesehen hat, sind einige Museen zu dem Thema wirklich intressant. Und man sollte sich immer wieder mal vor Augen halten, dass unsere Großeltern diesen üblen Krieg begonnen haben und nicht etwa die der heutigen Franzosen. Man sollte das immer im Hinterkopf haben und von Zeit zu Zeit über das Geschehen zu jener Zeit nachdenken und sich dann mal ein paar Gedanken über den Elsee- Vertrag, und darüber wie dieser entstanden ist, machen. Und auch mal nachfragen, wer die Initiative dazu ergriffen hat(De Gaulle war das übrigens höchstpersönlich).

Restauriert wurde sie mehrfach; zuletzt in den 1990er Jahren. Die letzte Restaurierung wurde teilweise in Stahlbeton ausgeführt; eine sehr umstrittene Maßnahme, die allerdings auch Hinweise auf den Zeitraum der Sanierung geben soll.

Ich werde das hier nicht weiter ausführen; der werte Leser sollte sich die Burg selbst mal ansehen. Der Besuch ist lohnend.
Zur technischen Seite: Als Kamera habe ich die X-T5 von Fuji und deren 2,8-4,5/18-55 benutzt. Nacharbeit mit Capture One.