Morbus Adapterus Leikonus

Die GFX 50R mit einem adaptierten Shift- Nikkor 4/28mm. X-Pro 2 mit 1,4/35. Blende 16, Studioblitz, ISO 100.

Wie man ja weiß, sind Objektive für das Mittelformat recht teuer. Vor allem in Neu ist das so und bei Fuji ist das am Ende nicht anders als bei den Wettbewerbern. Wenn man im Weitwinkel ein bisschen extremer als mit den 32mm des Zooms oder der 32er Festbrennweite werden will, hat man momentan nur die Auswahl aus exakt einem 23mm- Objektiv, wenn man bei Fuji bleiben will. Verglichen mit dem Pentax- Gegenstück ist dessen Preis zwar sehr konkurrenzfähig, aber billig ist es deshalb immer noch nicht. Man kann aber durchaus nach Alternativen fahnden und ein bisschen herumsuchen. Also macht man sich mal ein paar Gedanken.

Bekannt sollte Eingeweihten auf jeden Fall das hier sein:

  • Kleinbildobjektive sind in großer Anzahl als Gebrauchtteile auf dem Markt.
  • Je älter die Linsen, desto billiger sind sie.
  • Je länger es das System nicht mehr gibt, desto billiger.
  • Je verbreiteter desto billiger
  • Je „Versandhaus“ desto billiger.
  • Der Bildkreisdurchmesser für diese Objektive ist in der Regel kleiner als der von Mittelformatlinsen.

Es gibt auch Ausnahmen. Eine nennt sich Shiftobjektiv und bietet dem geneigten Nutzer die Möglichkeit, den Bildkreis zum Perspektivausgleich zu verschieben. Das ist eine der Funktionen, die im Normalfall den Großformatkameras vorbehalten ist. Der Bildkreisdurchmesser dieser Objektive liegt bei für das 33x44mm- Mittelfomat komfortablen mindestens 58mm, wie eine etwas langwierige Suche im Netz ergeben hat; oft ist es deutlich mehr.

Bekannte Vorgehensweisen…

Dasselbe nochmal aus einer anderen Perspektive. Aufnahmedaten wie im ersten Bild.

Ich habe also danach gesucht und bin fündig geworden. Bei mir wurden es für den Anfang ein Adapter von K&F Concept und ein PC- Nikkor 1:4/28mm aus den 1970ern, das ausreichend dafür sein sollte. Ein Leitz Elmarit R 2,8/90 wird wahrscheinlich noch als Portraitobjektiv dazukommen. Das Nikon- Objektiv war bereits auf das Leica-R-Bajonett umgebaut und damit sollte das Elmarit auch an diesem Adapter verwendbar sein. Umgekehrt ginge es aber dank Leitax auch. Dort kann man passende Objektive für die gängigsten Altsysteme entweder umrüsten lassen oder ein passendes Bajonett nebst Umbauanleitung erwerben. Interessant sind vor allem einige Olympus- Objektive; vor allem für die Makro- und Shiftmodelle gilt das nach einigen Gerüchten. Das Problem ist dabei nur, dass vermutlich noch niemand ernsthaft ein Olympus- Objektiv an den GFXen ausprobiert hat. Ich übrigens auch nicht. Dabei ist das 24er Shift von denen hochinteressant, aber gebraucht fast so teuer wie eins von Canon aus der ersten L- Serie, das aber für eine vernünftige Blendenfunktion einen Techart- Adapter oder einen Adapter mit Blendenring braucht. Beachten sollte man auch, dass man trotzdem noch ein oder zwei Originalobjektive in der Tasche haben sollte. Für den schnellen Schuss zwischendurch ist das komfortabler. Interessant ist das, wie eingangs erwähnt, vor allem bei extremen Brennweiten, die im Mittelformat schnell teuer werden können.

Nochmal eine andere Perspektive. X-Pro 2 mit 1,4/35. Blende 16, Studioblitz, ISO 100

Was geht sonst noch so?

Bei mir liegen z.B. noch ein paar Linsen für eine Pentaccon Six herum, die ich in den letzten 15 Jahren kaum benutzt habe. Bei den Pentacon- Kameras gibt es das bekannte Manko des Filmtransports, der nicht immer zuverlässig ist und das Faktum, dass diese Kameras reparaturanfällig sind. Das macht diese Kameras für den professionellen Bedarf kaum einsetzbar; daher sind sie sehr preiswert in der Beschaffung. Auf der anderen Seite gibt es noch die Kiew 60, die deutlich robuster ist und mit der man interessanterweise durchaus arbeiten kann, wenn man sie mit einem nachgerüsteten Tuchschlitzverschluss kauft, der wesentlich ruhiger abläuft als das vibrationsfreudunge Original aus Metall. Kameras und Objektive von Pentacon sind deshalb fast nur noch bei eingefleischten Fans gefragt und daher auch relativ günstig zu haben. Der von mir geschätzte Bildkreisdurchmesser dieser Objektive, der für das 6×6- Format ohnehin bei mindestens 80mm liegt, macht sie als Shift/Tilltlinsen vor allem für Sonderanwendungen interessant. Zudem gibt es auf der Habenseite noch den Qualitätsaspekt: Vor allem die Linsen aus den 1970er Jahren, als die DDR einen gewissen wirtschaftlichen Höhepunkt hatte, sollten hervorragend sein. Und wenn man irgendwo eine Linse von Schneider- Kreuznach für die Exakta 66 findet, kann man die auch dafür hernehmen. Aus der Ukraine gibt es auch passende Objektive dazu; wenn man sie hat, sollte man sie ruhig mal ausprobieren. Leider ist es aber so, dass die kürzeste gebaute Brennweite von Zeiss Jena bei 50mm liegt, was sie als Weitwinkel an der GFX uninteressant macht; während das bei meinem 3,5/35 für die 645er Pentax anders aussieht. Grundsätzlich kann man aber alles adaptieren, dessen Auflagemaß größer als die rund 26,5mm des GFX- Systems ist. Die Bedingungen sind, dass es irgendwo einen Adapter gibt oder dass man eine Dreherei kennt, die solche Teile anfertigen kann.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die alten Hasselblad- Objektive von Zeiss aus dem V-System, die als hervorragend gelten. Ich habe sie nicht; aber man muss es der Vollständigkeit halber erwähnen. Eine Tabelle mit Auflagemaßen gibt es bei Wikipedia.

Einen Sonderfall stellen bei Hasselblad die Objektive für die neueren H- Modelle dar. Die kann man mit einem originären Adapter von Fujifilm an der Kamera nutzen. Bis auf den Autofokus funktionieren sie meines Wissens wie die Fuji- Originale. Wer sowas hat, sollte zu diesem Adapter greifen. Vor allem, wenn eines der wohl äußerst seltenen 4/24er im Hause ist, kann das lohnend sein. Zudem bliebe es in der Familie: Diese Objektive kommen von Fuji.

Großformatkameras

Auch daran kann man adaptieren; durchaus auch an 4*5″- Kameras mit internationalem Rückteil. Adapter, die man in das Rückteil klemmen kann, bauen die Chinesen. Auch hier gibt es allerdings das Manko der Auflagemaße. Der typische quadratische Balgen einer gängigen Studiokamera lässt sich maximal für Brennweiten bis etwa 100mm zusammenschieben; bei Laufbodenkameras manchmal auch noch für 90mm. Man braucht einen Weitwinkelbalgen. Diese Teile gibt es je nach Hersteller für Brennweiten bis etwa 65mm abwärts, wenn man Glück hat; 75mm sind gängiger. Hinzu kommt noch das Auflagemaß der Kamera von etwa 26,5mm. Die Brennweite entspricht meistens etwa dem Auflagemaß und es wird klar, dass unter 100-120mm im Normalfall kaum etwas geht. Ausnahmen gibt es allerdings auch. Cambo z.B. bietet eine Kamera an, bei der die Kamera den hinteren Mattscheibenrahmen ersetzt. Dann geht es auch kürzer. Im 6×9- Format kann das aber wieder anders aussehen. Ich persönlich würde bei diesen Kameras deshalb eher zu einem separaten Rückteil raten, wenn so eine Kamera vorhanden ist. Angetestet habe ich das vor Jahren mal mit einer Canon Eos 5D MkII an einer Sinar und ich fand es ein bisschen umständlich, weil es nicht so komfortabel ist wie mit einer Mattscheibe unter einem Einstelltuch. Wenn man so etwas noch irgendwo im Schrank hat und das Erwähnte beachtet, kann das auch mit der GFX sinnvoll sein; vor allem, wenn man Produktfotos damit machen will. Für die Pentax 645 gilt das so nicht: Deren Auflagemaß ist einfach zu lang.

Was hier noch kommen soll

Ich selbst plane momentan, neben einer oder vielleicht zwei Leitz- Linsen, zwei meiner Pentax 645- Objektive an der GFX einzusetzen. Gedacht ist dabei an ein älteres SMC-A 3,5/35 und ein SMC-A 4/120 Makroobjektiv. Beide sind hier vorhanden und sollen an einem Shift/Tilt- Adapter laufen. Der Bildkreisdurchmesser der Objektive sollte für ausreichende Verstellwege groß genug sein. Ich schätze den momentan -ähnlich wie bei den Pentacons- auf etwas unter 80mm, bis ich mehr darüber weiß. Welcher Adapter der meinige wird, muss sich noch herauskristallisieren. Es gibt meines Wissens nur die Auswahl zwischen Fotodiox Pro und Kipon.

Die ersten Bilder aus dem 28er Museumsstück

Wiese bei Eixe. GFX 50R, Nikon 4/28er Shift. Blende 11 und 1/60stel Sek,.

Das einzige klassiche Shiftobjetiv, das ich bisher wirklich ausprobiert habe, ist das oben gezeigte 28mm- Shift von Nikon. Meine ersten Erfahrungen damit decken sich mit dem oben bereits kolportieren. Das Objektiv ist unverstellt in der Tat scharf bis an dern Rand, erreicht aber meiner Ansicht nach nicht ganz die Qualität einer Fuji- Linse. Sobald man es verstellt, entstehen zuerst Vignettierungen, die im Extrem bei 11mm Verschiebung mit einem breiten schwarzen Rand enden. Es ist aber -richtig bedient und unverstellt- durchaus gut. Für den gedachten Einsatzzweck, also als starres Weitwinkel, reicht es auf jeden Fall aus.

Acker bei Schwüblingsen. GFX 50R, Nikon Shift. Blende 11 und 1/2stel Sek,. ISO 400.

Wichtig ist bei diesem Objektiv das hier:

  • Besser mal nicht verstellen.
  • Es wird erst ab Blende 8 richtig scharf.
  • …was bei so alten Objektiven aber normal ist.
  • Die kleinbildäquivalente Brennweite liegt bei etwa 22mm.
  • Neuere Linsen bieten wahrscheinlich mehr Verstellwege.
  • In Kleinbild würde es sehr wahrscheinlich auch verstellt nicht vignettieren.

Auch die Einschränkungen ergeben sich aus dem ursprünglichen Einsatzzweck. Das Objektiv lässt sich um 11mm verschieben, was im Kleinbildformat quer immerhin knapp 50% der tatsächlichen Bildhöhe ausmacht. Bei meinem 1:8/90mm- Super-Angulon gehen meines Wissens etwa 35mm Verschiebeweg an 4×5″. Ebenfalls in quer. Relativ zu diesem Objektiv gesehen, ist dieser Weg demnach im Großformat kleiner. Der Vergleich hinkt allerdings ein bisschen: Bei einem 300mm- Symmar kann der maximale Verstellweg der Kamera schon kleiner als der Bildkreisdurchmesser sein. Vor allem bei Laufbodenkameras wie meiner Shen Hao kann das so sein und bei einer Speed Graphic ist das so. Übrigens gibt es auch hier Parallelen: Bei längeren Brennweiten ist die Chance auf einen größeren Bildkreis auch bei kleinen Formaten höher. Einige Objektive aus der Art- Serie von Sigma sollen das bieten. Mit anderen Worten: Die 11mm maximaler Verstellweg eines derartigen Objektivs wären an einer Mittelformatkamera wie der GFX durchaus ein guter Wert, wenn sie gingen.

Acker bei Schwüblingsen der Zweite. GFX 50R, Nikon Shift. Blende 11 und 1/2stel Sek,. ISO 400.

Fotos vom Lichtabfall bei starker Verschiebung habe ich keine gemacht, weil mir selbst klar ist, dass das irgendwann auftritt. Die nächsten Linsen die ich anzutesten gedenke, sind meine alten Zoom- Nikkore. Bei mir liegen noch ein 4/80-200 und ein 3,5-4,5/35-105. Gespannt bin ich auf beide.

Zur Technik. Die Bilder von der Kamera stammen natürlich aus dem Studio und wurden mit Fujis X-Pro2 und einem 1,4/35 gemacht. Die Landschaftsbilder stammen wie beschrieben aus dem Nikon- Shiftobjektiv. Die Kontraste waren sehr steil; daher musste ich die Schatten stark anheben. Ein Verlaufsfilter wäre hier angebracht gewesen. Aber es war nur „schnell mal ein Bild machen“ angesagt.

Wie neuerdings erfolgte die Nacharbeit mit Capture One. Und je mehr ich damit anstelle, desto besser wird das interessanterweise.

Wie ich dann doch noch bei Nikon geblieben bin.

Birkenwäldchen bei Ankensen. 1/80stel Sek. bei Bl.10. Mit einem Tamron 4/70-210.

Manchmal ist es so, dass man das Kleinbildformat eben doch noch braucht. Ich hatte zu Testzwecken eine Nikon D800 und ein paar alte Objektive dazu. Das Ganze wäre mir fast über den Kopf gewachsen, weil es eigentlich noch keine bezahlbaren Objektive gibt, die in ihrer optischen Leistung der Kamera wirklich gerecht werden können. Man will schließlich fotografieren und nicht das Haus beleihen. Im Klartext: Wenn man wirklich an große Prints kommen will, können das aus diesem Grund eventuell sogar kleine Kameras wie meine Fujis besser. Man sollte auch wissen, dass das kein Nikon- spezifisches Problem ist. Die Vollformat- Alphas von Sony leiden unter demselben Problem. Wirklich funktional werden Kleinbildsensoren mit viel Auflösung erst mit den passenden Objektiven. Und das wird sehr schnell sehr teuer. Teurer jedenfalls als das gebrauchte Pentax- Zeug, das ich im Mittelformat verwende.

Kornfeld bei Ankensen. 1/2stel Sek. bei Bl.16. Mit einem Tamron 4/70-210. ISO 400.

Die D800 wurde nach dieser Erfahrung mit relativ geringem Wertverlust gegen zwei D600 ausgetauscht, die wegen ihres einfacheren AFs billiger als eine D750 sind, aber ansonsten die gleiche Bildqualität abliefern. Der einfache AF, der noch aus der D7000 stammen soll, reicht für über 90% meiner Bilder. Für die fehlenden 10% muss man improvisieren.

Mal ganz triviale Alltagsfotografie. Kugelwasserturm der ehemaligen Ilseder Hütte. 1/400stel Sek. bei Blende 11. Mit einem Tamron 2,8/24-70 G1.

Wie man aus Kriminalromanen weiß, kehrt der Täter immer an den Tatort zurück: Ich besuche also Orte, die ich kenne und deren Lichtverhältnisse für mich gut kontrollierbar sind. Dieses Mal waren das die Ilseder Hütte und ein Gebiet bei Eickenrode.

Wasserleitung. Auch an der Ilseder Hütte. Bl.11, 1/80stel Sek.

Es gibt aber auch noch einen weiteren Unterschied, auch zur D750: Diese Kameras kosten, wenn man ein bisschen Glück hat und mit einer relativ hohen Auslösungszahl leben kann, etwa die Hälfte einer D750 oder auch einer D800. Manchmal ist das sogar noch weniger, wenn man Glück und Zeit hat. Man kann sich so ohne Mehrkosten eine zweite Kamera hinlegen und hat zudem ein wüstentaugliches System, an dem die Objektive im Regelfall an der jeweiligen Kamera verbleiben können. Der Sensor bleibt sauberer und es dringt kein Staub in das Innenleben der Kameras ein.

Wasserleitung. Auch an der Ilseder Hütte. Bl.13, 1/200stel Sek. Tamron 4/70-210.

Beim Kauf einer Kamera wie der D600 sollte man beachten, dass sie nicht zu alt ist und dass möglichst auch der Verschluss schon einmal getauscht werden ist. Der hatte in der ersten Produktionsserie ein Problem mit dem Abrieb einiger Metallteile und war zu großzügig geschmiert: Der Sensor tendierte dadurch dazu, nachhaltig zu verschmutzen. Dieses Problem sollte allerdings behoben sein. Viele potenzielle Gebrauchtkäufer dieser Kamera sind daher verunsichert und befürchten, dass das Problem wieder auftauchen könnte. Das aber wiederum und die eher geringe Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens des Defekts machen die Kamera im Gegenzug vergleichsweise preiswert und für Kenner attraktiv.

Wasserleitung. Auch an der Ilseder Hütte. Bl.11, 1/400stel Sek.

Wenn man sie unterwegs einsetzen will, hat man zudem den Vorteil, dass die Akkus deutlich länger durchhalten als die der Fujis. Es gibt ein paar Dinge, die so eine Kamera nicht hat und die dementsprechend keinen Strom verbrauchen. Zwei ganz heiße Adepten sind an dieser Stelle neben dem Autofokus und dem Bildstabilisator der elektronische Sucher und die Signalverarbeitung, die bei Kameras wie den Fujis immer vollständig in Betrieb sind, wenn man sie benutzt. Zudem ist die Kapazität der Akkus größer. Man kommt so mit einer Ladung auf rund 1000-1200 Auslösungen, bevor nachgetankt werden muss. Für die Logistik unterwegs brauche ich in meinem Nutzerprofil nur noch einen Ersatzakku als Defektreserve. Mit zwei Fujis sind das genau vier plus den zweien in den Kameras.

Fenster. Auch an der Ilseder Hütte. Bl.16, 1/125stel Sek.

Mit geeigneten Objektiven, die nicht einmal teuer sein müssen, kann man damit schon eine Menge anstellen.

Die ersten Objektive, die ich für diese Kameras hatte, waren ein manuelles 4/80-200 und ein 3,5-4,5/35-105. Bei beiden handelt es sich um um die AI-Klassiker, die zu ihrer Zeit zum besten gehörten, dessen ein potenzieller Käufer habhaft werden konnte. Diese Objektive habe ich noch; sie sollen aber in erster Linie an einer mechanischen FM-2 zum Einsatz kommen, die mich schon seit Jahrzehnten begleitet.

Fenster. Auch an der Ilseder Hütte. Bl.13, 1/1250stel Sek. Mit Tamron 4/70-210.

Für die D600er habe ich mir ein gebrauchtes Tamron G1 2,8/24-70 und das neue 4/70-210 angeschafft, die sich beide gut an der Kamera machen, auch wenn man ein bisschen nachjustieren, also den Autofokus korrigieren, muss. Bei mir war das an einer der Kameras der Fall, genaugenommen an der älteren von beiden, die zwar einen neuen Verschluss hat, aber wohl noch aus der ersten Bauserie stammt. Sinniger ist es natürlich, das an der Kamera zu tun, wenn das möglich ist. So hat man definierte Objektive und kann die Kameras nachkalibrieren. Sonst würde aus der Logik heraus jedes Objektiv nur an eine Kamera passen. Und dann wäre es nicht mehr austauschbar.

Ob noch eine oder zwei Festbrennweiten dazukommen, muss noch ausgelotet werden und ist davon abhängig, ob ich sie überhaupt brauche. Ich denke derzeit an ein 2,8/14 von Samyang, das trotz seines vergleichsweise niedrigen Preises sehr gut sein soll. Das ist aber noch nicht ausgegoren und kann auch bei einem Zoom enden.

Zur Technik: Alles mit zwei D600 und den eben genannten Linsen. Soweit nicht anders in den Bildunterschriften vermerkt, alles bei ISO 200 als RAW aufgenommen. Nachgearbeitet wurde das Ganze in Lightroom(vor allem Verkleinern und Anpassung der Kontraste).

 

Diät die Zweite: Das 4,5/33-55.

Das ist die Linse, um die es geht. Das Pentax 645 FA 4,5/33-55. Hier an der 645z. Aufgenommen mit Fujis X-Pro2 und dem XF 1,4/35. Blende 16, 1/250stel Sek. ISO 100. Wie unschwer zu erkennen ist, mit Kunstlicht. Die Gegenlichtblende ist ein Fremdteil.

Wie es denn so ist, verlangt die Mitnahme einer Mittelformatkamera wie der 645Z nach einigen Überlegungen, wie sich Gewicht einsparen lässt. Am einfachsten ginge das natürlich, wenn man sich auf eine Olympus oder Panasonic im MFT- Format beschränkt. Ich will dieses Format aber nicht und habe meine Gründe dafür. Andere wiederum würden nie etwas anderes kaufen wollen. Aber die Detaildarstellung ist bei größeren Sensoren, wie einst auch bei den Filmen, einfach deutlich besser, wie mir schon nach den ersten Testbildern aus meiner ersten digitalen 645er Pentax klar wurde.

Behälter. 1/2 Sek. bei Blende 10.

Insofern ist das nicht anders als die Arbeit mit Film: Je größer die Abbildungsfläche, desto besser ist tendenziell die Detaildarstellung. Wobei das natürlich die passenden Objektive voraussetzt. Hier kommen sie halt von Pentax.

Allen Unkenrufen zum Trotz und entgegen allen Hinweisen zu der angeblich schlechteren Qualität und der aus Sicht einiger Mitfotografen etwas kruden Haptik(Es ist halt aus Kunststoff) habe ich mit eines dieser Objektive angeschafft. Ich konnte es sehr günstig schießen. Mit der Hoffnung, dass es vielleicht sogar einwandfrei ist. Hinsichtlich der Belichtung war es das sogar; fokussiert hat es auch korrekt, aber es war deutlich zu erkennen, dass es dezentriert gewesen ist.

Das Ersatzteildrama

Verrostete Tür bei Ilsede. 1/400stel Sek. bei Blende 11. ISO 400. Mit dem 33-55.

Die Suche nach einer Werkstatt, die imstande ist, das zu reparieren, also den Linsensatz korrekt zu montieren, führte mich nach Braunschweig zu einer freien Werkstatt, die solche Objektive reparieren können sollte. Diesem vermeintlichen Spezialisten fehlte aber eine Einrichtung, den Linsensatz korrekt zu montieren. Und mit diesen Worten wurde das Objektiv zum Werksservice weitergeleitet.

Graffito. 1/200stel bei Bl. 11. ISO 400.

Das Problem war, dass das Objektiv einen Fallschaden hatte und dass es vermutlich deshalb so billig gewesen ist; ich habe 330 Euro bezahlt, um mal eine Zahl in den Raum zu werfen.

Die nächsten Probleme waren der eigentliche Defekt und die Lieferzeiten für Ersatzteile.

Ich habe das Objektiv im Dezember 2018 gekauft und angetestet. Dabei stellte sich heraus, dass es eine Macke hat, deren Ursache besagter Fallschaden war. Das Objektiv ging Anfang Januar in die Werkstatt zur Durchsicht. Nach etwa zehn Tagen hatte ich den ersten Kostenvoranschlag für die Reparatur; vertretbare 330€. Dann passierte erst einmal zwei Monate nichts. Überhaupt nichts. Dann kam ein neuer Kostenvoranschlag, 580€. Bereits leicht angesäuert fuhr ich nach Braunschweig, um den Kostenvoranschlag nach reiflicher Überlegung zu genehmigen und meinen Ärger dort abzuladen. Danach passierte wiederum knapp drei Monate nichts. Am Ende kam eine E-Mail, dass das Objektiv fertig sei und ich es abholen könne. Was ich dann auch tat. Immerhin wurde der zweite Kostenvoranschlag eingehalten.

Dampfleitung. 1/30stel Sek., Bl. 14, ISO400.

Natürlich stellt sich bei so einem Verhalten auch eine andere Frage: Was wäre, wenn ich professionell arbeiten würde und wenn ich einen Service hätte, der geschlagene fünf Monate braucht, um ein Objektiv zu reparieren? Wahrscheinlich wäre ich dann schon vier Monate nicht mehr Kunde bei Pentax, sondern hätte mir etwas anderes besorgt; sehr wahrscheinlich käme das momentan von Fuji. Bei denen funktioniert der Service nämlich. Man muss sich herstellerseits auch fragen, ob man seine Kunden überhaupt noch bedienen will. Bei Pentax sieht das, vor allem unter Betrachtung des stark reduzierten DSLR- Programms, leider nicht mehr so aus. Daher kann man von folgendem ausgehen: Entweder man hat alles doppelt am Lager und erträgt deren Langsamkeit oder man kauft etwas anderes. Für mich ist jedenfalls klar, dass mein nächster Mittelformater in vier Jahren sehr wahrscheinlich von einem anderen Unternehmen kommt. Schade um Pentax. Denn eigentlich sind zumindest die Mittelformatsachen von denen exzellent.

Dampfleitungen. 1/13tel Sek., Bl. 22, ISO400.

Was ist denn nun?

…wird sich der eine oder andere nach meinem Hasspamphlet im letzten Absatz vielleicht fragen. Nun, die Reparatur scheint einwandfrei zu sein. Also haben wir zumindest einen Pluspunkt. Das Objektiv ist mittlerweile gleichmäßig scharf und daher funktioniert es, wie es soll. Die mechanischen Teile darin sind in der Tat getauscht worden, was man am Tubus auch erkennen kann. Das Objektiv sieht annähernd aus wie eines, das gerade aus der Werksverpackung geschält wurde. Das ist doch immerhin etwas.

Laufrad. 1/4tel Sek. bei Bl. 22.

Wenn ich den Gedanken der Gewichtsersparnis weiterspinne, kann ich jetzt mit drei Objektiven auskommen, um den Bereich von 33-300mm abzudecken. Etwas „Gap“ ist aber dabei. Wo dieser liegen kann, muss noch herausgefunden werden. Bisher ist das 4,5/45-85 meine Lieblingslinse am 645er System. Also müsste es das 4,5/80-160 sein, das zuhause bleibt, wenn es wieder mal auf Tour geht. Das werde ich in der nächsten Zeit ausloten. Es kann aber auch passieren, dass ich das 4,5/45-85 und das 4,5/80-160 für diesen Zweck durch ein 5,6/55-110 oder ein manuelles 4,5/55-100 aus dem 67er System ersetze. Letzteres ist momentan mein eigentlicher Favorit. Ich muss aber erst mal sehen, was der Geldbeutel hergibt. Sicher ist bisher nur, dass auch das ein Gebrauchtkauf wird.

Klingel. 1/16tel Sek. bei Bl. 16. ISO 400.

Springen wir noch mal zurück zum Ergebnis der Bemühungen des Unternehmens: Die Reparatur hatte anfangs auf die Funktion keine negative Auswirkung. Eine positive leider auch nicht. Das Objektiv erschien immer noch dezentriert.

Führerhaus einer Speicherdampflok. 1/160stel Sek. bei Bl. 13.

Bei mir äußerte sich der Fehler darin, dass das Objektiv deutlich erkennbar schielte. Ein paar Bilder später, etwa 100 an der Zahl, stellte sich ein anderer Effekt ein: Der Fehler geht zurück und die Abbildungsleistung des Objektivs wird allmählich deutlich besser als sie es vor der Reparatur war. In dieser Form habe ich das bisher noch nicht beobachtet. Mal sehen, was noch nachkommt. Es muss sich wohl erst einmal einlaufen. Bei allen anderen Dingen verhält es sich wie erwartet: Man muss ein bisschen an den Kontrasten arbeiten, weil es etwas flau ist. Tut man das, ist die Linse ähnlich gut wie die anderen Objektive.

Bei den kleinen Bildern hier im Netz kann man das nur schlecht demonstrieren. Man hat zwar Webspace gemietet, aber der ist begrenzt.

Schieber von Kohlewaggon. 1/40stel Sek. bei Bl. 11.

Die gezeigten Bilder sind noch am selben Tag entstanden, an dem ich das Objektiv abgeholt habe. 

Zur Technik. Alle Bilder stammen aus einer Pentax 645z. Aufgenommen wurde alles mit dem 4,5/33-55. Meistens stand die Kamera auf einem Stativ. Alles bei ISO 200. Zeiten und Blenden stehen unter den Bildern. Nacharbeit in Lightroom 6.14.

 

 

 

Mal ein Parkhaus im Bau

Parkhaus im Bau. Bei Tappenbeck. 2 Sek. bei Blende 32. ISO 200.

Das Gebäude sieht zumindest wie ein Parkhaus aus. Weil das 150-300 noch in der Einschießphase ist, habe ich die Gelegenheit genutzt, das gute Stück mal in dieser Richtung anzutesten, um zu sehen, ob und wie stark es verzeichnet und eventuell die Einstellungen im derzeit noch verwendeten Lightroom mit der Pentax 645z zu verfeinern.

Parkhaus im Bau. Bei Tappenbeck. 1 Sek. bei Blende 36. ISO 200.

Das Problem dabei ist allerdings, dass ich meine Bilder auf einem normalen Windows- PC verarbeite, der derzeit sogar noch mit der guten alten Version 7 läuft. Alternativen wie Phocus von Hasselblad, die eigentlich am interessantesten sind, aber nur mir Apple- Rechnern wirklich funktionieren, lassen sich so nicht nutzen. Nur: wer mag schon mehrere unterschiedliche Systeme vorhalten und wer zahlt gern viel Geld an Adobe, wenn das eigentlich nicht notwendig ist? Ich gehöre nicht zu dieser Gruppe.

Parkhaus im Bau. Bei Tappenbeck. 1 Sek. bei Blende 36. ISO 200.

Die Lösung hierfür heißt bei Fuji und einigen anderen Capture One, das ich in Zukunft für die Fuji- Daten verwenden werde. Mit den Daten der Pentax geht es leider nicht. Theoretisch gibt es einen einen Trick, dem Programm die Rohdaten, hier als DNGs, unterzuschieben. Aber es ist eben nur halblegal und daher unterlassen wir das besser mal. Ich suche hier also noch. Zudem: Ich habe das gekaufte Lightroom ja noch. Und damit ist es legal. Nur wird es die kommenden Fuji- Kameras eben nicht mehr unterstützen..

Parkhaus im Bau. Bei Tappenbeck. 1/1,7tel Sek. bei Blende 36. ISO 200.

Mal wieder zum Thema zurück: Ich wollte wissen, wie es um die Verzeichnung des 5,6/150-300 steht. Mit dem Ergebnis, dass es gut darum steht. Man muss, wenn überhaupt, nur minimal korrigieren. Also diese Prüfung hat es bestanden. Was ich auch noch wissen wollte ist, wie es sich bei größeren Entfernungen verhält. Dieses Gebäude stand etwa 200 Meter von mir entfernt, was schon eine gewisse Entfernung darstellt. Zudem wollte ich noch ausgelotet wissen, wie weit man das Objektiv ohne allzugroßen Qualitätsverlust abblenden kann, ohne in die Beugungsunschärfe zu geraten. Das ist in der Tat wie bei den anderen Linsen: Man sollte nur bis zur vorletzten Stufe schließen. Danach lässt es nach.

Parkhaus im Bau. Bei Tappenbeck. 1/3 Sek. bei Blende 36. ISO 200. 150mm.

Aufgenommen wurden diese Bilder allesamt mit der 645Z und dem 5,6/150-300. Und natürlich vom Stativ. Nachgearbeitet habe ich in Lightroom 6.14.

Unterwegs mit der 645z

Sonnenuntergang. 1/40stel Sek bei Blende 22, ISO 200.

Die 645z ist da, sie ähnelt der D und sie ist gut. Das habe ich ja schon geschrieben. Aber wie macht sie sich, wenn man sie nutzt und wie ist es auf einem leichten Carbonstativ wie meinem noch frischen Rollei C6i, das eigentlich eher für Kleinbildkameras gemacht und wohl auch gedacht ist.

Man kann bei Stativen chinesischer Herkunft, von denen das Rollei meines Wissens auch eines ist, davon ausgehen, dass sie bei weitem nicht so robust sind, wie es in der Artikelbeschreibung steht. Soll heißen: Das Togopod Patrick ist mit 15Kg Tragfähigkeit ausgewiesen, die ich allerdings nie ausnutzen würde. Schon weil die Stativbeine sich schon bei erheblich geringerer Last erkennbar durchbiegen. Bei kleineren Modellen wie dem Lisa wird das noch deutlicher: Es soll fünf Kg tragen können. Das kann es auch, ohne dass es zusammenbricht.

Aber: der Kopf ist schon mit einer Fuji und dem 55-200 überfordert: Man muss die Richtung des Objektivs mehrmals korrigieren, bis der Ausschnitt passt. Das liegt wiederum an der nicht sehr präzisen Einstellung des Kopfes und daran, dass sich die schon recht dünnen Beine des Geräts bereits durchbiegen. Ich würde das Limit eher bei zwei Kg ansiedeln. Soll heißen: Wenn man wenig Gewicht braucht, z.B. bei einer Flugreise, und eine kleine Kamera hat, kann man es verwenden.

Feldweg bei Eixe. 1/8tel Sek. bei Blende 22, ISO 200.

Mit einer Mittelformatkamera, die mit einem kleinen Objektiv auf etwa 2Kg kommt und die mit einem kleinen Zoom wie dem Pentax SMC-FA 645 4,5/45-85 rund 2,5 Kg wiegt, klappt das schon nicht mehr. Einmal, weil das ohnehin wegen des Kameragewichts instabil ist und zum anderen, weil man hier auf jeden Fall die Spiegelvorauslösung nutzen muss, um überhaupt in die Nähe scharfer Bilder zu kommen. Im Hochformat funktioniert übrigens nicht einmal mehr das: Dann vibriert das Ganze schon durch das Öffnen und Schließen der Verschlusses. Ergo: Man nehme Größeres. Das Modell Patrick ist schon deutlich besser; hier kann man bei Nutzung der Spiegelvorauslösung schon sehr gut arbeiten. Aber mehr als 3-4 Kg Last traue auch auch diesem Modell nicht zu. Nur ist das keine Togopod- typische Schwäche, sondern systembedingt. Die kleinen Sirui- Dreibeiner sind da nicht wirklich besser. Wesentlich ist bei der ganzen Sache, dass diese Stative aus Gründen der Größe über mehr Beinsegmente verfügen und dass so mehr Verbindungsstellen vorhanden sind. Die dünnen Beine sind da nur ein etwas spezielles Extra. Am besten ist immer noch eine quasi- monolithische Beinkonstruktion aus dicken Rohren, die aber nicht mehr in den Koffer passt. Man muss eben Kompromisse machen.

Das selbe im Querformat. Mit den selben Daten wie vor.

Das jetzige Rollei C6 ist ebenso ein Kompromiss, der allerdings größer und weniger kompakt ausfällt. Das Packmaß ist 50 cm und die Maximalhöhe ist mit 170 cm noch gerade so ausreichend. Im Gegenzug ist es stabiler und in der Carbonversion nicht wesentlich schwerer als die Modelle von Togopod. Das Packmaß ist mit 50cm allerdings größer: Man muss im Koffer etwas mehr Platz dafür freihalten. Und sowohl der Kopf als auch das Stativ sind stabil genug, um es auch noch mit einer 645er Pentax einsetzen zu können. Die Qualitäten meines alten Manfrotto 075 erreicht es zwar nicht, aber man kann sehr gut damit auskommen und schleppt keine 8Kg Gewicht mit sich herum.

Die Fuhse bei Abbensen. 1 Sek. bei Blende 22. ISO 200.

Was das Rauschverhalten der Kamera angeht: Der Sensor der 645z ist ein Sony- Modell auf CMOS- Basis, das man so auch bei der illustren Konkurrenz von Hasselblad, Phase One oder Fujifilm vorfindet. Das Rauschverhalten sollte demnach den Kameras dieser Hersteller ähneln. Der Unterschied sollte, wenn es denn einen gibt, eher in der Aufbereitung der Aufnahmen als in tatsächlichen Unterschieden bei der Hardware zu finden sein. Abgesehen davon: Eine 645er von Pentax lässt sich wie eine stinknormale Spiegelreflex bedienen. Man kann die Bedienung so konfigurieren, wie man das für die eigene Ergonomie braucht. Und die meisten Leute, die sie nutzen und die auch schon Modelle der Wettbewerber in der Hand hatten, loben sie genau deshalb über den grünen Klee. Ähnlich wäre da vor allem die Fuji GFX 645R, die noch ein bisschen kompakter ist und sich annähernd wie die X- Modelle benutzen lässt. Allerdings dann auch mit dem Nachteil des höheren Stromverbrauchs der Kamera: Mit einer Akkuladung kann man mit der 645Z etwa 650 Aufnahmen machen; mit der Fuji nur 350. Und man hat auch noch den Nachteil, dass man die Akkus derzeit noch nicht mit USB- Ladern aus China betanken kann. Also wird das auch nichts mit einer Powerbank in der Wildnis oder der USB-Steckdose im Auto. Diese Dinge gibt es für diese Kamera einfach noch nicht. Das sollte sich allerdings im Zeitverlauf auch ändern, wenn genug davon im Markt sind.

Zur Technik: Alles mit einer 645z aufgenommen und alles mit demselben Glas, einem 4,5/45-85. Nacharbeit in Lightroom 6.14, das wohl bald einer anderen Software weichen wird.

Mal ein bisschen Rhyolite

Besucht habe ich auch Rhyolite. Das ist eine Geisterstadt in der Nähe von Beatty in Nevada, in der Anfang des 20. Jahrhunderts nach Gold gegraben wurde. Diese Stadt existierte nur von 1904 bis 1919. Der letzte Einwohner war übrigens der Postbeamte. Die Fragmente, die noch sichtbar sind, sind ein paar Ruinen und ein leerstehendes Bahnhofsgebäude.

Das ehemalige Bahnhofsgebäude. X-Pro2 mit dem 10-24. Brennweite 14mm. 1/12stel Sek. bei Blende 8. ISO 200.

Leben gibt es dort aber durchaus noch. Einige Leute nutzen den Ort zum Campen oder um einen ruhigen Platz zum Leben zu haben.

Wassertank. Brennweite 11mm mit dem 10-24. ISO200, Blende 9 bei 1/250stel Sek. Auch mit der Pro2.

Der Wassertank zeigt es bereits: In der 100%-Ansicht des Originals kann man erkennen, dass der Auslauf aus Zink, also doch schon recht alt ist.

Ölfass.

Der Eisenbahnwagen dürfte älter sein; der Bauweise nach würde ich ihn als tatsächlich aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stammend einschätzen.

Eisenbahnwagen. Mit dem 18-55. ISO 200, Blende 10 bei 1/125stel Sek. Mit der X-T2.

Die ursprüngliche Farbe des Waggons kann man noch erraten. Ich denke, dass es sich um einen Rotton gehandelt haben muss.

Leiter. Auch vom Waggon. Auch mit dem 18-55. Blende 7 bei 1/125stel Sek. ISO 200. Fujifilm X-T2.

Selten zu sehen ist auch ein Haus, das einer der Stadtbewohner aus Flaschen gebaut hat. Der Menge nach dürfte der Mann die Flaschen eher gesammelt als selbst ausgetrunken haben. Es soll sich um rund 50.000 Bierflaschen handeln, die der Erbauer im benachbarten Saloon eingesammelt hat..

Flaschenhaus.

Einige Fragmente aus früheren Zeiten hat man auch noch gefunden und ausgestellt. Vor allem um das Flaschenhaus herum kann man sich das ansehen:

Überbleibsel früheren Lebens im Ort.

Radreifen.

Rhyolite ist auch ein Platz, an dem sich einige Künstler verewigt haben. Hier kommen ein paar Bilder:

Das letzte Abendmahl. Hier aus Kunststoff. Gemacht von Albert Szukalski.

Meine neue Couch… Aus Beton und verfliest. Künstler unbekannt.

Denkmal für die Minenarbeiter. Aus Stahl.

Ein kleines und durchaus interessantes Museum, in dem Bilder aus dem früheren Stadtleben ausgestellt sind, gibt es auch noch. Kleine Spenden werden übrigens auch gerne gesehen. Darauf sei hingewiesen.

Neues aus Amerika

Das Death Valley von Dante’s View aus gessehen.

Es war mal wieder Zeit, in die Staaten zu fliegen, um Bekannte zu besuchen und ein bisschen herumzutouren, wie ich das immer tue, wenn ich dort mal bin.

Dieses Mal im Gepäck:

  • Zwei Fujis, die T2 und die Pro2.
  • Ein 4/10-24.
  • Ein 2,8-4/18-55.
  • Ein 3,5-4,8/55-100.
  • Drei passende Polfilter. Also ein 58er, ein 62er und ein 72er.
  • ND-Filter: 8 (Cokin), 64, 1000; die letzten beiden aus Glas und von Zomei.
  • Graduelle ND-Filter: 4 und 8 aus Kunststoff von Cokin.
  • Drahtauslöser.
  • Die Kameras bekamen je einen L-Winkel mit Arca- Schienen.
  • 5 Ersatzakkus.
  • Ladegeräte für vier Akkus.
  • Ein Togopod- Carbonstativ.
  • Ein Lenovo- Laptop.
  • Zwei USB-Laufwerke zu Datensicherung. Eines als SSD zum Arbeiten und eine 1TB-Festplatte.
  • Ein Hochleistungs- USB-Netzteil nebst einiger Kabel und einen Dreifachstecker für das Auto.
  • Natürlich ein Smartphone mit einer US-Simkarte im zweiten Slot, um sofort telefonieren zu können..
  • Unterwegs wurde das Ganze in einem Manfrotto- Rucksack transportiert.

Wie unschwer zu erkennen ist, habe ich das Ganze ziemlich strategisch organisiert. Es sind genug Akkus vorhanden und sie können ziemlich simultan nach- bzw. aufgeladen werden. Die Lader waren die bekannten USB-Billiggeräte, die sich an jedes Netzteil mit zwei Ampere Abgabeleistung anschließen lassen. Es handelte sich um ein Gerät für zwei Akkus und um zwei Einzellader.

Die Kameraakkus: Auch für T2 und Pro2 habe ich mir wieder günstige Chinaakkus beschafft. Und auch dieses Mal haben sie weitgehend so funktioniert wie die Originale.

Zwei Kameras machen Sinn, wenn man mit mehr als einem Objektiv in der Wüste arbeiten will(Staub!) und weil man so schneller arbeiten kann. Zusätzlich ist die Ausfalllwahrscheinlichkeit des Systems so geringer. Gleiches gilt so auch für die Festplatten: Wenn man nur eine davon hat, kann das schnell zu einem Problem werden. Die USB- Sticks sind dazu derzeit zu teuer und zu langsam, wenn der Fokus auf Kapazität und Geschwindigkeit liegen soll.

Was das Telefon angeht: UMTS/HSPA gibt es in den USA kaum noch. Ein günstiges Gerät mit zwei SIM-Slots kann man daher in der Praxis nur noch zum Telefonieren gebrauchen. Ich habe als Ersatz ein Highend- Auslaufmodell von Sony, das auch in den USA mit LTE funktioniert und das in dieser Form in Deutschland nur als Grauimport zu haben ist. Was das Netz angeht, ist AT&T immer noch die erste Wahl.

Der Mietwagen: Die richtige Wahl

Wenn man die USA besucht, braucht man ein Auto. Die Auswahl ist groß, also was tun?

Man kann immer über irgendwelche Preis- oder Reisesuchmascheinen gehen und sich so einen eigenen Überblick verschaffen: Ich hatte vom Kleinwagen in Gestalt eines Kia Soul, der in den USA aber zu Mittelklasse gehört, weil Fahrzeugklassen in den USA über das Innenraumvolumen definiert werden, bis zu einem Jeep schon einges dabei. Im Allgemeinen reicht für zwei Personen schon der Kia, der aber wegen seines Verbrauchs nicht die erste Wahl ist(in USA ca. 7l/100 km). Dieses Mal sollte es ein Toyota Corolla werden, der als der sparsamste Nichthybrid auf dem US- Markt gilt und schon die Maße eines ausgewachsenen hiesigen Mittelklassewagens hat. Das wurde aber nichts: Das einzige vorhandene Fahrzeug dieses Typs hatte einen Reifendefekt und wurde umgetauscht. Mitgenommen habe ich dann einen Nissan Sentra, der im Verbrauch aber ähnlich liegt(ca. 6l/100 km). Diese Verbrauchsdaten sind für die Strecke. In der Stadt steigt der Verbrauch bei beiden Fahrzeugen vor allem im Raum Los Angeles schnell auf 8-9l bei ungünstiger Verkehrslage. Zudem ist der Tank beider Fahrzeuge ausreichend groß, so dass man nicht alle 200-250 Meilen nachfüllen muss. Selbst den kleinsten Jeep kann man über Land dagegen nur mit mindestens 8-9 Litern fahren, bei einem Verbrauch in der Stadt, der entsprechend höher ist. Fährt man wirklich „Hardcore“, also etwa 200-250 Meilen pro Tag oder 4500 Meilen in drei Wochen, stehen da etwa 450 Liter einem Verbrauch von 600-650 Litern gegenüber, wenn man das kleinste SUV mietet. Auf die ganze Tour macht das in Kalifornien immerhin rund 150-200 Dollar aus, je nach aktuellem Benzinpreis. Vom Umweltaspekt mal ganz abgesehen…

Der Flug

Mein Flug ging ab Hannover. Die Anfahrt habe ich einfach mit dem Auto erledigt und das gute Stück auf einem bewachten Parklplatz in Hannover abgestellt. Dieses Mal habe ich die Lufthansa mit Gegenwart und Geld beehrt und hatte einen Codeshare- Flug mit Swiss. Hin ging es mit Swiss über Zürich, wie auch schon beim letzten Mal und zurück über München mit der Lufthansa. Zu den Flügen kann man nicht viel sagen. Das war alles soweit in Ordnung; und die Sitze in der Holzklasse sind bequemer als gerne kolportiert wird. Die Lufthansa- Maschine war übrigens deutlich älter als die von der Swiss: Es handelte sich um einen Airbus A340-600, der um die 15 Jahre alt sein sollte. Eine Sache ist mir in Hannover noch ganz beiläufig aufgefallen: Ich war einer der Letzten beim Boarding, weil der Aufenthalt in München nur sehr kurz war. Ich musste mich also ein bisschen beeilen. Allerdings war mein Koffer in Hannover einer der ersten, die auf dem Baggage- Claim herumfuhren. Er war sogar schneller als sein Besitzer. Beim Zoll war alles problemlos. Ich hatte einfach nichts neues eingekauft, weil der Koffer wegen der in höheren Lagen notwendigen Winterkleidung schon fast voll gewesen ist. Also ging ich durch den grünen Ausgang.

Bei der Immigration in USA war alles problemlos wie immer: Zum ESTA-Automatenkasino, Pass einlegen, ein paar Fragen nochmals bestätigen und ab zur manuellen Kontrolle. Dort wird abgestempelt und das war es dann auch schon. Wie auch in Europa: Schengen- Reisende können die Passkontrolle auch an einer automatischen Schleuse vornehmen, was deutlich schneller geht. Der persönliche Kontakt fehlt da zwar ein bisschen, aber auch das geht ohne Probleme.

Lenovo- Notebooks

Ich hatte dieses Mal einen Lenovo- Notebook mit separatem USB- Netzteil und einem proprietären Ladekabel dabei. Wie ich ausgerechnet unterwegs herausfand, sind diese Kabel bruchanfällig. Ich bin trotzdem zurechtgekommen; aber die Wahrscheinlichkeit eines Totalversagens steigt natürlich mit jedem Tag, an dem man das Kabel wieder ein bisschen hinfummeln muss. Wer so ein Gerät hat, sollte also darüber nachdenken, Ersatz mitzunehmen, weil solche Dinge irgendwo in der Wüste nur sehr schwer zu bekommen sind und, wenn doch, eine Menge Geld kosten können. Als Reservekabel kann man sich auch etwas zum Billigpreis aus China beschaffen. Es muss primär nur die Reise überstehen.

Bei einigen anderen kann das aber so auch passieren. Das ist halt der Preis für die kompakte Steckdose.

Der Plan.

Diese Tour war anders als meine anderen. Ich wollte zuerst so vorgehen:

  1. Death Valley. Der Grund liegt darin, dass viele Leute da durchfahren, aber keiner wirklich anhält.
  2. Eastern Sierra: Verschoben auf das nächste Mal. Die Zeit reichte schlicht nicht. Einige wengie Bilder von der Durchreise gibt es aber trotzdem noch.
  3. Yosemite: Das ist der Ort, an dem man seine ganzen Ferien verbringen kann, ohne an gute Bilder zu kommen. Manchmal aber doch. Ich wollte einfach mal über den Tioga Pass und habe es dieses Jahr endlich hinbekommen. Aber noch keine Top- Bilder.
  4. San Simeon: Günstige Hotels nahe der Pazifikküste. Zwischenstation.
  5. Highway One: Auch den habe ich nochmal von Monterey bis Lompoc abgefahren, musste dann aber zu meinen Leuten nach Hemet, die auch noch auf dem Programm standen. Ein paar witzige und interessante Bildchen sind dort auch entstanden.
  6. Point Lobos: Bin mal wieder dagewesen. Auch dieses Mal war es sehr interessant. Vor allem war ich dort, um ein paar nicht so tolle Bilder neu zu machen. Einiges davon ist auch gelungen.
  7. Joshua Tree: Im letzten Jahr habe ich vier Tage dort verbracht; dieses Jahr nur zwei und trotzdem einige interessante Bilder.
  8. Anderes in Utah und Arizona wird auf der nächsten Tour besichtigt. Ich habe immer noch den Zion National Park auf der Liste und das Monument Valley habe ich auch noch nicht gesehen. Und dann gibt es in Wyoming und Montana auch noch den Yellowstone- Nationalpark, der fast noch schöner als Yosemite oder Point Lobos sein sollte. Ich überlege gerade, wie ich das in die nächste Tour integrieren kann.

Die erste Station wurde auf dieser Tour das Death Valley.

Mehr ist in Arbeit…

 

 

 

 

Auch mal anders: Altglas an Nikon D800

Teil der „Beute“: Die D800 mit dem 4/25-50

Dem Forschungsdrange und meinem Interesse an maximaler Qualität bei möglichst geringem Gewicht ist mal wieder eine neue Idee entsprungen.

Ich plane für diesen Herbst wieder eine Tour in die USA, die mich sowohl nach Yosemite als auch in das immer noch nicht vertiefte Death Valley führen soll. Die Pentax 645D erwies sich 2017 als Hilfsmittel für meinen nach einem Unfall noch steifen linken Arm als sehr hilfreich. Die Qualität des Geräts ist nach wie vor toll, aber das Ganze ist auch ziemlich schwer. Ich hatte 9 Kg im Rucksack. 8 davon wog die Kamera mit drei Objektiven.

Das Fuji- Gerät ist ebenfalls toll; aber es erscheint mir bei meinen mittlerweile sehr abgehobenen Qualitätsvorstellungen doch schon als die Untergrenze(Dabei ist das Zeug  eigentlich exzellent!), weil es mir mittlerweile zu wenige Pixel sind. Mittelformat macht halt süchtig.

Die Suche nach einem Digitalrückteil mit vielen Pixeln und einer Großbildkamera fällt flach: Das ist einfach zu teuer. Schon, weil man nicht nur die Kamera braucht, sondern auch Objektive, die die ausgerufenen 60-80 Megapixel auch auflösen können.

Der beste Kompromiss schien mit daher eine Nikon D800 zu sein. So weit. So schön. So gesucht.

Bis ich dann mal Glück hatte und eine fand. Mit einem zusätzlichen Batteriepack, etwa 50.000 Auslösungen auf dem Buckel(also nicht zu alt!) und drei Akkus sowie einer 32GB-CF-Karte drin. Dazu noch zu einem guten Preis.

Das Problem ist bekanntlich nicht der Sensor; der ist ohne Zweifel gut. Auch mit den 36 MP und trotz des technologischen Alters der Kamera. Die Schwierigkeit liegt eher bei den Objektiven, wie sich schon mal bei meiner seligen Canon 5D2 gezeigt hat. Die Nikon ist da natürlich noch verschärfter unterwegs, weil die lineare Auflösung der Optiken noch einmal um den Faktor 1,41 größer sein muss, wenn sich die Anzahl der Pixel auf dem Sensor verdoppelt. Hier ist es zwar nicht ganz so viel, aber wenn man bedenkt, dass auch teures Glas gewisse Probleme hat, wird deutlich, worum es geht. Man kann es auch anders ausdrücken: Wer zu schlecht kauft, produziert in erster Linie mehr Datenmüll, aber nicht zwangsläufg auch mehr Auflösung.

Ich bin also den Weg gegangen, den man am besten geht, wenn man günstig an Qualität kommen will und der von der Pentax 645D schon bekannt ist: Man suche nach Altglas, das zudem hochwertig ist.

Alte Nikon-AI- Objektive ab Baujahr 1977 sind an der Kamera problemlos mit Zeitautomatik verwendbar; noch älteres kann man eventuell noch umrüsten lassen, wobei diese Phase aber vorbei sein dürfte. Was zu tun ist, ist Sucharbeit.

Meine gedachte Ausrüstung sollte etwa so aussehen:

  • Irgendwas im Normalbereich von 28 oder 35 bis etwa 105 mm.
  • Dazu ein Telezoom im Bereich von etwa 80-200 mm.
  • Und ein Weitwinkel ab etwa 24mm, das auch ein Zoom sein kann.
  • …und natürlich die Kamera.
  • Zu guter Letzt: Weil es Altglas ist, sollte das Glas nicht mehr als etwa 300 Euro kosten.

Das wurde die Jagdbeute von einem sattsam bekannten Versteigerer:

  • Ein AIS- Nikkor 1:3,5-4,5/35-105mm in Quasi- Neuzustand.
  • Ein etwas schrundig aussehendes AIS 1:4/80-200. Dafür war es sehr billig und mechanisch in Ordnung.
  • Und zu guter Letzt ein gut erhaltenes 1:4/25-50, an dem noch ein ebenfalls gut erhaltener Nikkormat FT-3 hing. Dem Nikkormaten nach sollte es ein AI aus den 1970ern sein, das zudem sehr selten ist und zudem für relativ hohe Preise angeboten wird. Auch hier konnte ich vergleichsweise günstig einkaufen.

Gruppenbild mit Deckeln. Man achte auf das Schraubmodell links, das zum 25-50 gehört.

Anderen Webseiten zur Folge sollte das zusammengekaufte Zeug die qualitative Königsklasse darstellen. Nikon- Objektive wurden demnach in früheren Zeiten sehr auf Schärfe gezüchtet, was dem Sensor der D800 entgegenkommen sollte.

Ein weiterer Vorteil liegt in den eher kleinen Filterdurchmessern, was die Anschaffung zusätzlich günstiger macht und zudem erlaubt, mit einem kleineren Filtersystem von Cokin auszukommen. Die Rede ist hier vom 85mm- System. Ich habe das mit meinen Großbildkisten im Gebrauch und muss das eigentlich nur mit einem Satz Verlaufsfilter ergänzen und mir passende Graufliter anschaffen. Zudem lagert hier ja schon einiges im Fuji- Koffer, das man auch dafür hernehmen kann. In diesem Fall ist auch das einfach: Man braucht 52-, 62- und 72mm- Filter oder passende Adapter zum Cokin- System.

Auf der Negativseite muss man auch vermerken, dass die Handhabung von Pol- und Verlaufsfiltern nicht ganz so einfach ist, weil sich die Filtergewinde bei alten Zooms in aller Regel beim Fokussieren mitdrehen. Aber bei dem Preis muss man eine Konzession machen.

Was die Kompatibilität angeht, sollte mit den AIS- Gläsern auch die Blenden- und Programmautomatik nutzbar sein und mit dem AI-Glas nur die Zeitautomatik. Mir genügt das.

Gehen wir mal ein bisschen ins Detail

Was den tatsächlichen Zustand der Objektive angeht, habe ich anscheinend ein bisschen Glück gehabt. Im Normalfall haben ältere Schiebezoom- Nikkore die Eigenschaft, dass sich die Brennweite verstellt, wenn man den Zoomring nach vorn schiebt und das Objektiv um mehr als etwa 45° neigt. Das konnte ich so nicht feststellen. Ein 4,5/80-200 aus den 1970ern, das sich vor Jahrzehnten mal in meinem Besitz befand und hervorragend war, hatte diese Eigenschaft noch. Ein gutes Exemplar dieses Objektivtyps aufzutreiben, erwies sich allerdings als so gut wie unmöglich. Eigentlich wäre das mein Favorit gewesen.

Also gilt hier: Die beiden Schiebezooms machen in der Beziehung keine Probleme und erzeugen bei Benutzung nur die normalen Geräusche.

Was die Blendenringe angeht: Beim 25-50 und dem 35-105 sind sie leichtgängig; beim 80-200 ist er ein bisschen hakelig.

Der Rest ist wie schon erwähnt: Das 35-105 ist in der Tat neuwertig; das 25-50 würde ich als „leicht gebraucht“ bezeichnen und das 80-200 wurde offensichtlich schon sehr stark genutzt.

Was man aber im Hinterkopf behalten sollte, ist der Umstand, dass das Telezoom damals eher eine Profilinse war und aus den frühen 1980er Jahren stammt. Mit anderen Worten: Das gute Stück ist auch schon 35 Jahre alt.

Das 25-50 wurde vergleichsweise kaum genutzt. Es dürfte aus der ersten AI-Generation sein, die 1977 eingeführt wurde und dementsprechend rund 41-42 Jahre alt sein und ist damit das älteste im Trio.

Ähnlich lagert sich das beim 35-105. Dieser Brennweitenbereich ist heute sehr verbreitet, war aber zur Bauzeit(frühe 1980er Jahre) dank einiger Billigproduzenten sehr verrufen. Die Zielgruppe waren typische Amateure, die nach etwas Universellem suchen. Das mit der guten Auflösung dieser Gläser von Nikon ist eher eine Entdeckung der heutigen Zeit. Der Zustand war entsprechend: Wahrscheinlich wurden nur wenige Filme damit belichtet und dann verschwand es aus irgendeinem Grund in irgendeinem Schrank. Im Klartext: Es ist praktisch neuwertig.

Mehr weiß ich allerdings erst nach dem ersten Einsatz der Objektive.

 

 

 

 

Die 645D und der Zweifach- Konverter- Test

Auf der Suche nach einer günstigen Möglichkeit, die Brennweiten meiner Objektive zu verlängern und gleichzeitig nicht zu viel Mehrgewicht mit mir herumzuschleppen, habe ich mal über die Lösung „Telekonverter“ nachgedacht und mit so ein Teil zugelegt. Es geht hierbei immer wieder um die Handgepäcktauglichkeit(Gewicht), die bei solchen Kameras ohnehin schon eingeschränkt ist.

Das Gute daran war, dass ich ihn für sehr wenig Geld und eine geringe Zollgebühr aus Kanada schicken lassen konnte: Gekauft, bezahlt und nach einer Woche kam der Paketbote mit dem Teil bei mir vorbei.

Das Schlechte daran ist, dass man mit diesem Konverter geschätzte 50% seiner linearen Auflösung verliert. Rechnet man das auf den Sensor um, heißt das, dass von den knappen 40 MP der 645D nur noch rund 25%, also etwa 10 MP zur Verfügung stehen. Das bedeutet auch, dass man größere Abzüge als etwa 50/60 eigentlich vergessen kann. Dann wird das für das geübte Auge bereits deutlich sichtbar.

Hier mal drei Bildchen:

Birke bei Peine. Ohne Konverter. Mit dem 45-85, Blende 10 bei 1/100stel Sek., ISO 400.

100%iger Crop aus dem obigen Bild.

Hier ein Ausschnitt mit dem Zweifach- Konverter. 100%- Crop.

…Der Crop dazu. Mit Konverter. Blende 22 bei 1/13tel Sek.

Die letzte Aufnahme war übrigens die schärfste, das ich aus diesem Konverter herausholen konnte: Nur verhalten abgeblendet, Stativ, Kabelauslöser, Spiegelvorauslösung, ziemlich windstill und Sonnenschein.

Ganz genau kann man das hier nicht darstellen und wissenschaftliche Gültigkeit besitzt dieser Versuch aufgrund der Herangehensweise auch nicht. Aber man kann schon mal deutlich sehen, wo das Problem liegt.

Angetestet hatte ich das Teil eigentlich schon auf meiner diesjährigen Tour in die USA; allerdings war ich aufgrund des mitgenommenen Carbonstatives nicht sicher, ob das Staiv wackelt oder der Konverter wirklich derartig große Leistungsverluste verursacht.

Meiner Ansicht nach verschlimmbessert dieser Konverter die wirklich guten Pentax- Optiken in einem Ausmaß, dass ich nicht einmal als Amateur wirklich bereit gewesen wäre, das so zu akzeptieren, wenn ich das Teil neu gekauft hätte. Habe ich aber nicht.

Am Ende zeigt sich auch hier wieder, dass man eigentlich nicht mit den Konvertern arbeiten sollte. Hier macht das nicht einmal als Notfalllösung wirklich Sinn. Wenn man allerdings auf Film schießt, kann das wiederum anders aussehen, vor allem, wenn man mit eher grobkörnigem Material arbeitet und das auch noch in Rodinal entwickelt.

Es ist also immer noch wie weiland zu Analogzeiten: Wer Qualität und Tele will, muss schleppen. Ich habe am Ende nach einiger Sucherei ein gebrauchtes manuelles 4/300 von jemanden erworben, der auf Autofokus steht und Geld brauchte.

Nicht ausprobiert habe ich allerdings den 1,4-fachen, der dem Vernehmen nach besser sein soll. Da habe ich nur sehr bescheidene Erfahrungen aus Analogzeiten, während derer ich kurzzeitig einen Sigma- Konverter an einem Nikon- Telezoom benutzt hatte.

 

 

 

Valley of Fire 2017

Auch dieses Mal zog es mich auf dem Rückweg vom Bryce Canyon wieder zum Valley of Fire bei Las Vegas. In der Hoffnung, neue Bilder zu finden und vor allem Vergessenes und Übersehenes nachzuholen und andere Bilder ein bisschen besser zu machen.

Das Valley of Fire. Übersicht.

Dieses Mal ging es auch darum, ein bisschen Schwarzweiß zu machen und mal zu sehen, wie das mit der Pentax 645D so aussieht. Hier gleich mal der erste:

Felsen in SW.

Und zum Vergleich der Bildwirkung das selbe in Grün und natürlich farbig:

Der selbe Felsen in Farbe. Natürlich nicht in Grün, sondern in Rot/Blau.

Ob die gefühlte Wüstenhitze so oder so besser herauskommt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man SW zu können glaubt, kann das auch so aussehen, wie dieser Kopf hier, der bei einem Erdbeben sicher nicht mehr an der alten Stelle zu finden sein wird:

Katzenschädel. Mit einem bisschen Phantasie zumindest.

Was mir immer wieder, auch schon bei den Altvorderen, aufgefallen ist, ist der eigentlich sehr geringe Kontrast zwischen Himmel und Motivteilen mittlerer Helligkeit. Vor allem in der Mittagszeit ist das so. Andererseits hat man an einigen Stellen dort auch nur um diese Zeit überhaupt Licht und damit Kontrast, was auch nicht zu unterschätzen ist.

Hauptstraße. Ohne Autos um die Mittagszeit ist das ein seltenes Motiv.

Das Stativ konnte dieses Mal meistens im Auto bleiben, weil es hell genug für kleine Blenden und kurze Verschlusszeiten bei ISO 200-400 gewesen ist.

Noch mehr Felsen.

Das obige Bild ist vor zwei Jahren schon mal in ähnlicher Form entstanden. Aber es gibt noch mehr, das ich ähnlich schon mal gemacht  habe. Nur sind es hier im Original wesentlich mehr Pixel und damit auch mehr Auflösung.

Der Fire Canyon.

Der Fire Canyon sieht übrigens tiefer aus, als er in der Realität ist. Ich würde den Höhenunterschied vom Aussichtspunkt bis auf den Grund vielleicht auf fünf Meter schätzen. Hier noch mal ein anderer Vergleich:

Ein anderer Felsen. Hier in Farbe.

…und das Gegenstück in Schwarzweiß.

Übrigens ist es auch sehr interessant, die Reaktionen der Amis auf Mitmenschen mit dicken Kameras zu beobachten. Ich hatte dieses Mal die Pentax 645D dabei, weil mein linker Ellenbogen nach einem Arbeitsunfall operiert wurde und das Ganze für die Fujis noch zu steif gewesen ist: Ich bin schlicht und einfach nicht mit der linken Hand bis ans Objektiv gekommen und konnte sie daher einfach nicht halten, vor allem nicht mit einem Teleobjektiv.

Auch in der Wüste wächst zuweilen etwas.

Das letzte Bild zeigt nur, dass es auch in den trockensten Gegenden Vegetation gibt. Es war Anfang Mai und die Temperatur dort lag bei 38°C im Schatten. Meiner Meinung nach war es viel zu zu heiß, um großartig herumzuwandern. Als Norddeutscher ist man solche Temperaturen einfach nicht gewohnt und man muss daher ein bisschen vorsichtig sein.

Zur Technik: Hier mit einer Pentax 645D und dem FS 4,5/45-85 und dem FA 4,5/80-160. Aufgenommen als DNG. Verkleinert und ein bisschen nachgearbeitet in Lightroom 6.