
Bei der zweiten Testfahrt nach Bad Waldsee kam ein neuer Alarm, der laut Fehlerspeicher einen Defekt der Lambda- Regelsonde des Fahrzeugs ausschrieb. Das ist einmal auf dem Rückweg passiert und löste bei mir schon mal einen Bestellreflex aus. Mit diesem Ergebnis: Ich fahre jetzt eine Lambda- Regelsonde im Handschuhfach spazieren, die bei Bedarf gewechselt werden kann.
Diese Meldung ist nicht wieder aufgelaufen; wird es aber sehr wahrscheinlich irgendwann wieder tun. So der Gedanke dazu.
In Frankreich und auf dem Weg nach Hause habe ich nach meinem kleinen Eingriff insgesamt etwa 5000Km inkl des Ausflugs nach Bad Waldsee zurückgelegt. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sich die vorhandene Sonde vielleicht erst einmal freibrennen sollte, habe ich das Altteil an Ort und Stelle belassen und bin einfach gestartet.
Das hat sich dann auch bestätigt. Die Sonde hat keinen Alarm mehr abgegeben und das war’s dann. Das Einzige, was hinter Köln noch als Fehlermeldung aufgelaufen war, war der Füllstand des Adblue- Tanks. Dieser kleine Fehler versetzt die Steuerung in die Situation, dass man damit dann nur noch maximal 800Km fahren darf, bevor ein Startverbot aufläuft und nichts mehr geht. Um die Standmessung nicht zu überfordern, habe ich nur fünf Liter Adblue nachgefüllt. Danach ist Ruhe gewesen. Die digitalen Apparatschicks haben allerdings noch etwa 20Km gebraucht, um die Änderung im Füllstand zu bemerken. Man sollte in diesem Zusammenhang wissen, dass die Ultraschallmessungen für den Füllstand kleine Sensibelchen sind, die auch schon mal anschlagen können, wenn der Tank leer genug ist und das Material darin während eines Messvorgangs gerade hin- und herschwappt. Dann misst die Sonde nicht korrekt und es kommt ein Füllstandsalarm, der aber wieder verschwindet.
Das ist normal und auch der Alarm steht so lange noch an; man sollte es nur wissen.
Das Problem bei dieser Art der Abgasreinigung ist, dass sie zumindest bei Euro6- Fahrzeugen irgendwie „drangebastelt“ zu sein scheinen und dass es dann nur irgendwie funktioniert. So ist zumindest mein Eindruck. Aber auch: Jetzt läuft es endlich verlässlich. Eine Ersatz- Einspritzdüse für das Adlue zum Austauschen während der Inspektion werde ich mir allerdings noch ins Fahrzeug legen.
Hierzu auch mal ein paar Kauftipps:
- Billigstteile sind bald wieder defekt. Besser ist Markenware mindestens von Bosch, Continental, NGK oder Denso. Meine persönliche Präferenz liegt hier bei NGK oder Denso. Mein neuer NOX-Sensor kommt von Continental/Vitesco, weil man ihn nicht von einem meiner Favoriten haben kann.
- Bei Bremsen kann das mal anders sein: Die eigentlich hochwertigen hinteren Scheiben und Beläge an meinem Kia Niro musste ich wechseln, weil das Fahrzeug mit Hybridantrieb diese dank Rekuperation kaum genutzt hatte. Das Ergebnis war Korrosion. Hier fiel die Entscheidung zugunsten billigerer Scheiben aus etwas weicherem Material, damit sie nicht wegrosten, sondern sich schnell blankschleifen, wenn man auf die Bremse tritt. Haltbar genug ist das dann immer noch.
- Bevorzugt im Fachhandel vor Ort kaufen. Bei Versendern kann das mal problematisch sein und länger dauern, bis das Ersatzteil ankommt.
Zu beachten ist auch das hier: Auch Fehler, die es so eigentlich nicht gibt, werden im Fehlerspeicher des zuständigen Steuergeräts abgelegt. Mit einer App auf dem Handy und einem Diagnosestecker kann man das schnell mal nachprüfen. Zurücksetzen kann man das dann auch, sollte sich aber sicher sein, dass es eine vergängliche Ursache ist. Ansonsten sollte man den Fehler stehen lassen und sich einer (hoffentlich guten) Werkstatt anvertrauen.
Die anderen Ergebnisse:
- Der Verbrauch hat sich dieses Mal bei knapp neun Litern pro 100 Km eingependelt(An der Zapfsäule gemessen).
- Den Adblue- Verbrauch würde ich mal auf etwa 4-5 Liter auf 3800 Km schätzen.
- Der Kraftstoffverbrauch beinhaltet die Standheizung. Steht das Auto länger, steigt der Verbrauch deshalb auch überproportional an.
Mir persönlich ist es sehr wichtig, dass meine Sachen so verlässlich wie möglich funktionieren. Immerhin habe ich das auch schon mit einem steinalten Ford Transit(Nugget) hinbekommen, mit dem ich in insgesamt vier Urlauben etwa 30000 km zurückgelegt hatte, was die meisten meiner Mitmenschen so einem Gefährt nie zutrauen würden. Das Auto hatte dann immerhin 250000 Kilometer hinter sich gebracht. Auf der anderen Seite: Es sind genug Vanlifer unterwegs, deren Fahrzeuge noch deutlich älter sind. Das Wichtigste ist ohnehin, dass der Blechkasten keine Probleme bereitet. Und genau da habe mit dem Blick auf die Elektronik des Masters momentan meine Bedenken, obwohl das Thema Zuverlässigkeit der Abgasreinigung auch bei anderen Fahrzeugherstellern ein immer wieder auftauchendes Thema ist. Man muss demnach immer mit einem Defekt in diesen Systemen rechnen.
Wenn ich den Gedanken weiterspinne und mir überlege, dass ich eine längere USA-Tour plane, muss ich mir auch über die „Kompatibilität“ des Fahrzeugs Gedanken machen und eventuell einige Ersatzteile mitführen, weil es den Renault Master nicht in den USA gibt. Wohl aber in Mexiko. Es muss also geklärt werden, ob man bei den Nissan- Händlern in den USA passende Ersatzteile bekommen kann. Wenn nicht, stünde vermutlich ein Wechsel auf einen leeren Sprinter an, den ich dann selbst ausbauen würde.