
Wenn man reist, kann man das auf mehrere Arten tun. Eine ist die Spontaneität, nach der man einfach ins Blaue hinein fährt und irgendwo übernachtet und stehenbleibt, wenn es interessant ist. Das hat seine Vorteile, weil man so Dinge entdecken kann, die einem bei einer stringenteren Planung entgehen. Aber: Wenn man so reist, kann einem auch Interessantes entgehen und man „sucht sich einen Wolf“.
Dann kann man das so tun, wie ich es in den USA gemacht habe: Man sucht sich die wichtigsten Punkte heraus, macht sich eine Liste davon und schaut, was davon abgearbeitet werden kann. In Ländern wie den USA ist das eine geeignete Lösung, wenn man die Höhepunkte der Reise einfach nach und nach abarbeiten kann. Vor allem für den Südwesten und die gesamte Westküste der USA ist das eine gute Lösung, wenn man an diesen Orten auch fotografieren will.
Oder man plant wirklich schlank und plant für jeden Platz einen Tag inklusive Fahrzeiten ein. Das wäre dann eine klassische Rundreise, wie sie die Reisebüros verkaufen. Für einen ersten Eindruck ist das vielleicht interessant, aber man hat nicht soviel Zeit wie bei der zweiten Version. Und aus meiner Sicht dort die schlechteste Lösung, wenn man auch Bilder machen will.
Alle diese Routen wollen irgendwie geplant werden. Der Möglichkeiten gibt es da viele:
- Karte/Atlas und Dörferliste.
- Einfach die Autobahn runterknattern.
- Ziel per GPS ansteuern.
- Google Maps.
- Und neuerdings und teilweise nutzbar, die KI.
Die klassische Verson ist natürlich die mit der Karte. Das war noch bis in die frühen 2000er Jahre die gängigste Variante. Aber: Wenn die Strecken länger wurden, wurde es auch die Dörferliste: Man musste jeden passierten Ort abhaken und konnte sich vor allem in Ländern wie Frankreich und auf langen Strecken sehr schnell verzetteln, wenn man sich die Maut auf den Autobahnen ersparen wollte. Für lange Strecken konnte man sich die Routen auch ausarbeiten lassen. Das hatte der ADAC damals als Service für seine Kunden im Angebot und es war kostenlos. Ich habe das in 1990 auch mal gemacht und für mich hat es funktioniert. Für den Zielort brauchte man allerdings noch einen Stadtplan.
Auch in der heutigen Zeit kann das noch Sinn machen, wenn man eine Vorstellung davon braucht, wie lang der Weg dorthin ist oder um sich auf die Tour einzustimmen.
Die Autobahn runterknattern kann man auch, ist dann aber auf Hinweisschilder angewiesen. Man würde aber so einfach in Blaue hinein fahren und vieles übersehen. Wenn ich allerdings einen Supermarkt zum Einkaufen suche, kann das auf einer vorgeplanten längeren Strecke eine Option für die obligatorische Pause sein.
Navigationsgerät: Wer hat das nicht? Aber: Wenn man die Gegend nicht grob kennt, kann es sein, dass das System einen zwar korrekt navigiert, man aber eine kleine Abzweigung übersieht. Das kann zu Umwegen führen. Auf der anderen Seite gibt es speziell für LKWs und Wohnmobile Geräte, die man mit den Fahrzeugmaßen füttern kann. Das kann unangenehme Situationen wie zu niedrige Brücken vermeiden helfen.
Maps: Wie GPS: Als Unterstützung des GPS eignet es sich gut, weil man auch Satellitenbilder zur Verfügung hat, die hilfreich sein können. Aber: Man kann bei Maps keine Fahrzeugmaße eingeben und das Programm kann den Nutzer über Routen führen, durch die das Fahrzeug einach nicht hindurchpasst. So ein Geschehnis hatte ich mal in Arles: Da gibt es eine Unterführung, die nur 1,95m hoch ist. Wer sein Wohnmobil in ein Cabrio verwandeln will, hat an so einer Stelle gute Chancen darauf… Das sollte man im Hinterkopf haben.
KI: Das macht in erster Linie bei der Aufteilung in Etappen Sinn, wie sich gezeigt hat. Mit einem Wohnmobil kann man etwa 5-600 Km am Tag zurücklegen und sollte dann eine Pause einlegen. In meinem Fall ging es genau darum: Ich wollte in zwei Etappen von Peine nach Saint-Malo, also eine Zwischenübernachtung einlegen.
Genau diese Aufgabe habe ich dem System gestellt: Suche mit die kürzeste Route heraus und einen Wohnmobilstellplatz auf halbem Weg zur Übernachtung. Für den Compi aber nicht in ganzen Sätzen, sondern in Grunzlauten, also „Peine Saint-Malo Wohnmobilstellplatz auf halbem Weg. Mautfrei.“ Statt ordentlicher Sätze.
Funktioniert es denn nun wirklich, ist die Frage. Genaugenommen kann sich nicht auf eine einzige digitale Option zu 100 Prozent verlassen, wie man beim Thema Google Maps nachlesen kann. Aber: Kenne ich den Ort grob, ist Google Maps dank Sprachsteuerung wesentlich schneller zu händeln.
Den Stellplatz für die Pause hat die KI tatsächlich gefunden und damit hat das soweit auch funktioniert. Aber:
- Die ausgegebenen Antworten können auch inkorrekt sein. In meinem Fall ging es dabei um die Öffnungszeiten einiger Campingplätze. Viele schließen schon Mitte September und die KI weiß das nicht.
- Gleiches gilt die informationen über Einkaufsmöglichkeiten, Entsorgungsstationen und andere Dinge, die interessant sein könnten.
- Man muss also selbst kritisch nachprüfen.
Am Ende läuft es auf eine Mischung aller drei digitalen Wege hinaus. Die Kombination Maps/Tomtom verwende ich schon seit meiner USA- Tour in 2015. Die KI erleichtert in meinem Fall eher die Etappenplanung im Hinblick auf Übernachtungsmöglichkeiten und ein paar Tipps für interessante Orte finden sich manchmal auch dort.
Ich habe die KI zum ersten Mal eingesetzt. Und das für das, wozu sie gedacht ist, nämlich als Hilfe bei Dingen, die sonst nur mit viel Zeitaufwand aufzufinden sind. Das galt an dieser Stelle vor allem für den Etappenstellplatz auf der zweitägigen Anreise. Selbst denken muss man bis hierher also immer noch…