
Einen Defekt hatte er, mein Renault. Beschrieben habe ich das ja schon in Frankreichtour. Ein holpriger Start und ein jähes Ende.
Weil die Aussagen der Werkstätten von eher schlechter Qualität gewesen sind, hielt ich es für besser, mich selbst auf Ursachenforschung zu begeben. Die Vorgehensweise war diese hier:
- Mietwerkstatt mit ausrechend tragfähiger Hebebühne suchen; die meisten dieser Hebebühnen vertragen nur 3 to. Last. Für einen mit Equipment gefüllten und zum Wohnmobil umgebauten Master ist das zu wenig. Auch wenn der meinige nicht überladen ist, geht Sicherheit über „Geht vielleicht“. Befahrbar sollte diese Hebebühne möglichst auch noch sein. Niemand will von seinem Auto erdrückt werden. Auch ich nicht.
- Gefunden habe ich eine derartige Werkstatt in Hameln, die so 5,5 to-Hebebühne hat und vermietet. Also ging es nach Hameln.
- Dort habe ich festgetellt, dass schonmal jemand am NOX-Sensor herumgeschraubt hat; ein kurzer Griff mit einem Schraubenschlüssel hat gereicht, um das Ding zu lösen. Also: Raus damit und nachsehen, was los ist.
- Dann gibt es noch eine Adblue- Einspritzdüse für die Reduktion des Stickstoffoxids im Abgas. Auch hier war wichtig: Rausfingern und nachsehen.
- Dann haben wir noch ein paar andere Teile und und ein paar Schläuche im Gesamtsystem. Auch da habe ich nachgesehen.
Das Ergebnis dieser Bemühungen: Beim ersten Anlauf habe ich den Sensor und die Einspritzdüse mit Bremsenreiniger gereinigt. Der NOX- Sensor war verrußt(Was sonst; wenn es nicht fest ist, ist es auch nicht dicht) und lieferte wahrscheinlich schon deshalb falsche Messwerte. Das Abgas war als Resultat insgesamt zu fett.
Auch die Adblue- Einspritzdüse war verrrußt und wurde gereinigt.
Das Ergebnis dieser Bemühungen war, dass das Ganze für etwa 150 km funktioniert hat. Der Alarm für das Abgassystems war dann wieder da. Wäre die Meldung nicht wieder aufgelaufen, hätte mich diese Reparatur sagenhafte 3,80 € gekostet…
Am Ende war damit die Empfehlung des Mechanikers von der Nicht-Renault-Werkstatt richtig, auch wenn der Gute nur geraten hat. Ergo: Ersatzteilsuche. Günstig soll es sein und trotzdem von ordentlicher Qualität.
Der Preis eines solchen Sensors liegt zwischen 200 und 500 Euronen. Bei identischer Qualität und unter Ausschluss von Billignachbauten, die es auch noch gibt und die selten lange halten. Der Einbau geht dabei Extra, versteht sich. Geworden ist das ein Modell von Vitesco, einer Continental- Tochtergesellschaft. Die Conti baut übrigens auch die Teile für Renault und daher: Das Ding kam aus dem selben Werk in Tschechien. Wir sind also bei einem sogenannten Identteil gelandet und haben etwas gefunden, das funktionieren sollte. Günstigster Preis dafür: 200 im Sonderangebot.
Einbau dann beim zweiten Termin in derselben Werkstatt in Hameln. Dieser Termin ist nun gelaufen und ich hatte noch genug Zeit übrig, um mich mit den Befestigungsmöglichkeiten für einen Mopedträger zu befassen. So ein Träger soll in der nächsten Zeit kommen, weil mit einem kleinen Moped oder Roller vieles einfacher wird.
Nebenbei fiel mir noch auf, dass die Montage eine Anhängerkupplung an dem Master eigentlich ein Kinderspiel ist. Auch für den Elektrosatz gilt das, weil das Auto dafür vorbereitet ist. Das werde ich also auch selbst machen.
Testausflug
Das Ganze musste noch verifiziert werden: eine ausgiebige Probefahrt war notwendig. Schließlich soll das auf der nächsten Reise funktionieren. Im Normalfall muss der NOX-Sensor neu angelernt werden, weil sonst die Regelung nicht funktioneren soll. Das würde sich dann in einer Fehlermeldung äußern, was es übrigens nicht tat. Ich habe mir das dann erspart.
Gefahren bin ich von Peine durch den Landkreis Gifhorn über Uelzen bis nach Lübeck, um mir dort mal einen Stellplatz anzusehen. Gelandet bin ich bei einem Einkaufszentrum namens Citti-Center, das Gratis- Stellplätze anbietet. Dieses Angebot habe ich genutzt, um am nächsten Morgen bei der dortigen Bäckerei mein Frühstück einzunehmen.

Es stellt sich die Frage, wie es denn nun so auf diesem Platz ist. Das sei hier beantwortet:
- Es gibt die Stellplätze…
- und eine Entsorgungsstation für Klo und Abwasser.
- Trinkwasser kostet einen Euro pro 100l.
- Strom gibt es dort nicht, aber man kann für Umsonst auch nicht alles haben.
- Toiletten gibt es während der Öffnungszeiten von 8-20 Uhr.
- Und: Der Platz war voll. Man braucht ein bisschen Glück; zumindest im Frühsommer.
- Wichtig: Das eigene Klo ist obligatorisch. Gleiches gilt für den Abwassertank. Das sieht die Platzordung dort vor und der Grund sollte verständlich sein.
Nach meinem Eindruck kann ich den Platz auf jeden Fall als Zwischenstation empfehlen, wofür er auch gedacht ist. Alles war sauber und es war nach meinem Empfinden auch nicht übermäßig laut dort.

Das Ergebnis
Ich bin unter ähnlichen Bedingungen wie in meinen Frankreichurlauben gefahren, also vorwiegend Landstraße und hatte nach gut 300 km noch keine Fehlermeldung. Auf dem Rückweg; mittlerweile hatten sich insgesamt 600 km angesammelt, kam auch keine Fehlermeldung mehr. Demnach sollte es das gewesen sein.