
Meine Herbsttour ging dieses Mal über Saint-Malo in die Bretagne, die ich ja nun schon öfter besucht habe. Intra-Muros, den historischen Stadtkern, habe ich mir jetzt zum zweiten Mal angesehen. Dieses Mal war es allerdings nicht die Stadtmauer, sondern etwas, das sich innerhalb dieser Mauern befindet: Die Kathedrale von Saint-Vincent kann dort auch von innen besichtigt werden.

Nun muss man wissen, dass die Altstadt ein Opfer des Zweiten Weltkrieges geworden ist, und von den Nazis besetzt war wie der Rest Frankreichs auch. Die haben die Stadt damals zu einer Festung ausgebaut und während der Invasion der Alliierten zu Festung erklärt. Eine Kapitulation wurde von Stadtkommandanten, einem Oberst namens Andreas von Aulock, ausgeschlossen. Im August 1944 griffen die Alliierten dann an. Geschützfeuer und Bombenangriffe haben damals etwa 85-90% der Innenstadt zerstört.

Es war den Leuten aus der Stadt wichtig, die alte Stadtstruktur zu erhalten, Man hat die Zerstörungen nicht dazu genutzt, die Struktur der Stadt pragmatischer anzulegen, wie es häufiger zu sehen ist. Beispiele dafür gibt es sowohl in Deutschland als auch in Frankreich einige. Der Wiederaufbau dauerte übrigens bis in die frühen 1970er Jahre. Die Bauten, die man heute dort besichtigen kann, sind insofern keineswegs so historisch, wie sie auf den ersten Blick aussehen, sondern Nachbauten der alten Innenstadt. Und wenn man genau hinsieht, kann man das anhand vieler Details auch erkennen. Alt ist dort allerdings noch die Stadtmauer.

Mein Fokus lag dieses Mal auf der Kathedrale Saint-Vincent(wie sie korrekt heißt). Ich wollte ein paar Bilder davon haben und sie mir einfach mal ansehen. Und ich wollte ein paar Bilder von der Umgebung des Campingplatzes, die ich bisher noch nicht hatte. Das wird aber ein anderer Artikel.

Die hohe verwendete ISO ist daraus entstanden, dass man die Menschen in einer Kirche nicht in ihrer Andacht stört und erstmal den Dreibeiner aufstellt und damit die ganze Gemeinde nervt. Es war recht dunkel dort und ich muss auch sagen, dass der Sensor der T5 hier an seine Grenzen stößt. Die X-H2s wäre die bessere Wahl gewesen, weil deren Sensor in dieser Hinsicht besser ist.

Das mit der Dunkelheit in der Kathedrale wird noch deutlicher, wenn man das mit den Daten der Außenansichten vergleicht. Nach SW habe ich diese Bilder konvertiert, weil sie so interessanter wirken, denke ich.

Intra-Muros ist halt dunkler als so mancher Wald in Deutschland, wo ich normalerweise nicht auf ein Stativ verzichte. Das liegt an der Höhe der Bauten dort; und natürlich sollte man den Stand der Sonne auch nicht außer Acht lassen.

Zu den Bildern: Aufgenommen wurde alles mit Fujis X-T5 und dem alten XF 2,8-4/18-55mm. Belichtungsdaten stehen unter den Bildern. Nacharbeit in Capture One.