Sagres

Sagres bei Sonnenaufgang, von einem hungrigen Fotografen. Bl. 8 bei 1/8tel Sek. ISO 400. Mit dem 32-64.

Die Gegend um Sagres ist ebenfalls nicht uninteressant. Immerhin ist Sagres einer der südwestlichsten Orte Europas und es gibt dort die „letzte Bratwurst vor Amerika“ für Leute, die nicht auf DAS kulinarische Glanzlicht aus Deutschlands Küchen schlechthin verzichten mögen.

Auch am Strand wächst immer noch irgendwas. Bl.22 bei 1/100stel. Mit dem 32-64.

Einen leicht zugänglichen und offensichtlichen Lost Place gibt es dort auch; es handelt sich um einen ehemaligen Fußballplatz. Nicht nur die Deutschen sind bekanntlich verrückt danach.

Umkleidekabine eines ehemaligen Fußballplatzes. Bl. 20 bei 1/480stel Sek. ISO 800.

Deutlich interessanter ist aber die Festung in Sagres, die besichtigt werden kann, was bei anderen Bauwerken dieser Art aus Sicherheitsgründen nicht immer möglich ist. Die Festung war auch der eigentliche Anlass meines Besuchs dort. Wer darauf steht, kann sich auch den ziemlich idyllisch gelegenen Hafen der Stadt ansehen und sich auf eine Rundtour durch das gerade entstehende Villenviertel der Stadt begeben. Ich habe dieses Mal beides gemieden, weil ich erst am Start meines persönlichen Eroberungstrips bin.

Die Festung in Sagres am frühen Morgen. Mit dem 32-64. 3 Sek., Bl.22. ISO 100.

In Sagres bleiben vor allem surfende Menschen häufig länger, um ihren Sport auszuüben. Wer beachen will, um braun zu werden, ist in Lagos oder Portimao besser aufgehoben, obwohl das hier natürlich auch möglich ist. Viel hat die Stadt eigentlich nicht zu bieten, aber etwas über die Geschichte des Landes kann man dort sehr gut lernen.

Schlafende und rostende Kanonen. Besser so als schießend. Egal wie alt das ist. 32-64.Bl. 20 bei 1/210tel Sek. ISO 400.

Alle anderen sind Tagestouristen, die sich vor allem den Leuchtturm ansehen und die Festung besuchen, um dann wieder zu verschwinden. Es soll ja der südwestlichste Punkt in Europa sein, wie es heißt. Am interessantesten ist allerdings die Festung, zusammen mit den anderen Bauten auf dem Gelände, von denen mit vor allem das Labyrinth aufgefallen ist.

Wehrgang. 32-64. Bl. 20 bei 1/400stel Sek. ISO 400.

In SW geht das auch und die Bilder wirken so irgendwie anders:

Transportweg zum Wehrgang. DIe Breite des Weges lässt darauf schließen, dass schwere Dinge dort herauf transportiert worden sind. Die Kanonen eben. Bl. 22 bei 1/110tel Sek. ISO 400.

Und damit man auch erkennen kann, dass das ein Bau ist, der vermutlich noch aus der Maurenzeit stammt, aber portugiesisch ist, hier deren Flagge, die zufällig auch farblich dazu passt

Flagge der Portugiesen. Bl. 22 bei 1/250stel Sek. ISO 400. Mit dem 100-200.

Ein Interieur habe ich auch noch, eine Schießscharte:

Schießscharte. 1/35stelSek. bei Bl.22, ISO 800. Mit dem 100-200.

Eine Art Hinterhof hat die Festung auch noch. Es gibt ja nicht nur die Festung selbst zu sehen, sondern auch noch einige andere Dinge wie einen(nicht so) interessanten Leuchtturm und einen Aussichtspunkt auf die Küste. Vor allem das akustische Labyrinth dort ist sehr interessant, auch in seiner Architektur. „Voz do Mar“, also „Stimme des Meeres“ heißt das Objekt.

Akustisches Labyrinth. Bl. 16 bei 1/800stekl Sek. ISO 400. Mit dem 32-64.

Wie man erkennen kann, ist der Eindruck in Farbe ein völlig anderer. Zonensystem- und Histogrammanbeter werden wieder einmal sagen, dass das nicht „ausgeglichen“ ist und sich über die flachen Grauwerte wundern. Ich habe zwar ein bisschen nachgeholfen, wollte aber auch das Erscheinungsbild des Labyrinthes herüberbringen.

Akustisches Labyrinth. Hier in Farbe. Bl. 16 bei 1/200stel Sek. ISO 400. Mit dem 32-64.

Wie man sieht, habe ich einige Bilder dieses Bauwerks, das meiner Meinung nach eher als Kunst denn als Architektur zu sehen ist, nach SW konvertiert. Trotz gleißendem Licht fällt der geringe Kontrast auf.

Akustisches Labyrinth. Bl. 22 bei 1/140stel Sek. ISO 400. Mit dem 32-64.

Einen weiteren habe ich auch davon noch. Ein Labyrinth braucht schließlich auch einen Eingang:

Akustisches Labyrinth. Eingang. Bl. 16 bei 1/350stel Sek. ISO 400. Mit dem 32-64.

Wenn man sich diese Bilder, vor allem die in SW, betrachtet, werden die Einflüsse eines gewissen Edward Weston immer wieder sichtbar, wie mir erst beim Schreiben des Textes aufgefallen ist. Man vergleiche mal einige Bilder Westons mit dem, was hier zu sehen ist, vor allem mit Blick auf die Grauwerte, soweit das möglich ist. Und ich dachte, ich wäre weg davon. Aber wenn man einmal mit dem „Straight Photograhy“- Ansatz angefangen hat, kann man auch nicht mehr damit aufhören. Bei dem was manche Leute „photoshoppen“, kann es sogar sein, dass daraus mal wieder eine Art „Bewegung“ wie zu Zeiten der Neuen Sachlichkeit, die es auch als Stilrichtung in der Fotografie gegeben hat, gibt. Heute würde man das dann wohl „back to the roots“ nennen.

Untergegangen ist die Sonne auch mal. Bevorzugt tut sie das am Leuchtturm. Deshalb springen wir mal da hin, weil es Leute gibt, die auf solche Bilder stehen.

Sonnenuntergang am Leuchtturm in Sagres. Bl. 22 bei 1/4tel Sek. ISO 100.

Zur Technik: Kamera und Objektive wie in den Bildunterschriften beschrieben. Nachgearbeitet in Capture One Pro 12. Verkleinert aus Faulheit in Lightroom, damit das Capture One schon mal neues Material importieren kann.

Am Strand von Sintra

Abrasion. Bl. 22. bei 1/420stel Sek. ISO 800. Mit dem 100-200.

Für einen Abstecher aus Lissabon kann Sintra sehr interessant sein. Es gibt z.B. allein vier Paläste und eine maurische Festung zu besichtigen. Dazu kommen noch einige Museen und einige Ausgrabungsstätten, deren Besuch für Interressierte durchaus interessant sein kann. Es kommt aber darauf an, ob man darauf steht.

Noch mehr Strand. Bl. 20 bei 1/75stel Sek. ISO 400. Mit dem 32-64.

In Sintra kann man nicht viel mit dem Auto ausrichten. Wenn man durch Portugal tourt und mehr vom Land sehen will, ist man aber auf das Blech angewiesen. Man hat hier also ein Dilemma, das irgendwie gelöst werden muss.

Abrasion. Bl. 22. bei 1/500stel Sek. ISO 800. Mit dem 100-200.

Die Abdeckung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist auf dem flachen Land so schlecht bei uns. Und bei uns ist sie in der Fläche bereits sehr schlecht. Soll heißen: Wenn man eine Unterkunft bucht, sollte irgendeine Haltestelle nebst einem Parkplatz in der Nähe vorhanden sein. Und die Unterkunft sollte sich in der Nähe der Innenstadt befinden, damit man mit etwa 30 Minuten Fahrzeit auskommen kann.

Strand. Ein herrlich triviales Bild. Bl. 20 bei 1/420stel Sek. ISO 400. Mit dem 32-64.

Demzurfolge habe ich am Ende die Schlösser gemieden, weil die Verkehrsführung dort teilweise nicht gut ist und die Straßen dorthin eng, steil und zugeparkt sind. Vor allem bei den Routen zu den von Touristen ohnehin übervölkerten Schlössern ist das der Fall.

Strand, was sonst. Bl. 22. bei 1/150stel Sek. ISO 800. Mit dem 100-200.

Ich bin in weiser Voraussicht nur einen Nachmittag dort gewesen und habe mich dann wieder in Richtung Algarve und ihr Hinterland zurückgezogen, weil es im Norden ohnehin kühl und regnerisch wurde. Also musste Braga auch noch ein bisschen warten, während mein Besuch eher Ende September als Mitte Oktober stattfinden muss.

Abrasion. Bl. 22. bei 1/600stel Sek. ISO 800. Mit dem 100-200.

Für mich heißt das: Bilder aus den Schlössern Sintras werde ich vermutlich erst in zwei Jahren haben. Und die Öffis in der Stadt wahrscheinlich auch besser kennen. Solche Pannen passieren eben, wenn man das System dort nicht vollständig verstanden hat, weil die Möglichkeit, die notwendigen Sprachkenntnisse zu erwerben, für mich zeitlich erst im nächsten Jahr gegeben ist. Wie gesagt, die Stadt ist eigentlich schön und man kann wirklich dort hinfahren. Aus einem Schloss, das näher bei Lissabon liegt, habe ich aber einige, wenn auch nicht sehr gute Bilder.

Einzelgänger… Bl. 22 bei 1/140stel Sek. ISO 400. Mit dem 100-200.

Wieder mit Sintra versöhnt haben mich nach mehrstündigem Herumsuchen (Hier hat nicht einmal die Navigation mit Maps wirklich funktioniert, weil eine Straße gesperrt war) dann ein paar Bilder, die am dortigen Strand entstanden sind und die vermutlich noch niemand vor mir gemacht hat, obwohl vermutlich jeden Tag etwa 1000-1500 Menschen am Motiv vorbeilaufen.

Abrasion. Bl. 20 bei 1/350stel Sek. ISO 800. Mit dem 100-200.

Um den Sand und seine Körnigkeit zu betonen, muss man diese Bildern sehr rabiat nacharbeiten. Beim dieser Serie und den folgenden habe ich die Schärfe in Capture One stark nachgezogen und zudem noch den Schwellwert auf Null gestellt. Klar muss auch sein, dass es hier keine Spitzlichter gibt. Die sind in den „Abrasion“- Bildern schlicht nicht vorhanden gewesen.

Abrasion. Bl. 22. bei 1/500stel Sek. ISO 800. Mit dem 100-200.

Die Kontraste brauchten auch ein bisschen Nachhilfe und eine Tonwertkorrektur hat man auch noch, die sich auch reger Nutzung erfreuen durfte.

Abrasion. Bl. 22. bei 1/500stel Sek. ISO 800. Mit dem 100-200.

Ob es nun Gestein oder Sand ist, was sich so hingeformt hat, kann ich nicht sicher sagen. Klar ist nur, dass sich bei sichbaren Teil dieser Bilder um irgendeine Form der Erosion handelt. Ich bin kein Geologe und auch nicht deshalb dorthin geflogen.

Abrasion. Bl. 22. bei 1/450stel Sek. ISO 800. Mit dem 100-200.

Auf diesen Bildern wird man aufgrund ihrer Größe die Ergebnisse dieser Nacharbeit nicht erkennen können. Dazu sind sie einfach nicht hochauflösend genug und in eher niedriger Web- Qualität verkleinert; schon, zum Platz auf meinem gemieteten Webspace zu sparen.

Grob zur Technik: Fujifilm GFX 50R mit dazu passenden 32-64 und 100-200mm- Zooms. Belichtungsdaten stehen unter den Bildern. Nachgearbeitet in Capture One, wie weiter oben schon nachzulesen ist.

 

 

Mina de Sao Domingos – Lost Place in Portugal

Industriehallen in der Mine. GFX 50R mit 32-64. Bl. 22 bei 1/300stel Sek. ISO 800.

Lost Places sind ein sehr interessantes Motiv, wie allgemein bekannt ist. Zu Zeiten der Wende, ab etwa 1990 , war die einstige DDR ein sehr geeigneter Platz für solche Unternehmungen. Dort gab es sie reichlich, weil viele Fabriken stillgelegt wurden, die nach westlichen Maßstäben nicht wettbewerbsfähig gewesen sind. Gleiches galt auch für viele LPG- Betriebe. Ich lebte auf dem Land. Sowohl auf der westlichen wie auch auf der östlichen Seite des noch vorhandenen Zauns gab es nicht viel(stillgelegte) Industrie und daher musste man sich weitgehend auf die LPGs und ihre Überreste beschränken.

Erzwäsche aue einem anderen Blickwinkel. 1/200stel Sek. bei Bl.22. ISO 800. GFX 50R mit 4/32-64.

Mittlerweile ist das Aufsuchen solcher Plätze schwer bis unmöglich geworden. Wo ein Zaun ist, ist meistens auch Bewachung und es ist nunmal seit der Wiedervereinigung nicht mehr legal, solche Plätze zu betreten und zu fotografieren. Gegen Ende der DDR- Zeit war das zwar auch nicht erlaubt, aber es hat damals einfach niemanden interessiert.

Erzwäsche. 1/480stel Sek. Blende 22. ISO 800. Mit der GFX 50 R und dem 4/32-64.

Wie die genaue rechtliche Situation in Portugal ist, ist mir nicht bekannt. Aber es scheint auch dort so zu sein. So hatte die Polizei genau an dem Tag, an dem ich einen dieser Orte in Almada besuchen und fotografieren wollte, diesen Platz abgeriegelt. Dumm gelaufen, würde ich sagen. Ein paar Bilder konnte ich aber von einem anderen Standort aus machen. Es dürfte aber so sein wie bei uns: Von der Öffentlichen Straße aus darf man.

Detail der Erzwäsche. Bl. 18 bei 1/110tel Sek. ISO 800.

Abgesehen davon sind einige dieser Plätze auch von verschiedenen Seiten her zugänglich und daher kann man auch versuchen, sich hineinzuschleichen. Nur würde ich dazu nicht raten und das auch selbst nicht tun. Hier gilt allerdings auch, dass Sicherheit Vorrang vor ein paar Bildern hat: Wenn ein Unfallrisiko besteht, sollte man das lassen. Und jede Stelle, die man betreten will, im Vorfeld auf ihre Tragfähigkeit prüfen.

Wand. Bl. 22 bei 1/100stel Sek. ISO 800. Mot der 50R und dem 32-64.

Auf der anderen Seite gibt es auch Plätze, deren Besuch aus historischen Gründen durchaus erwünscht ist. Ich bin durch den Hinweis einer netten Dame in meiner Unterkunft in der Nähe Mertolas(Eine Pension in einem sehr kleinen Dorf) auf so einen Ort gestoßen. Mertola ist auch noch aus einem anderen Grund interessant: Es gibt dort sehr viel Geschichte und die Mina de Sao Domingos, um die es sich hier primär drehen wird.

Terassenabbau. Das Material muss irgendwie auch abtransportiert werden.

An diesem Ort habe ich etwa 500 Bilder gemacht, was man durchaus als Indiz für einen inspirierenden Ort sehen kann. Der Nachteil sollte klar sein: Die Landschaft um Mertola ist eher langweilig und die Einkaufsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Dafür hat der Ort zusätzlich einige Museen zu bieten, die sich allesamt mit den dortigen Ausgrabungen und alten Bauten befassen. Für einen zweitägigen Abstecher von der Algarve reicht das allemal.

Überreste vom Abbau. Hang am Sauren See. 1/200stel Sek. bei Bl.22. ISO 800.

Die Mine ist ein Pyrit- Tagebau, bei dem zusätzlich noch Kupfer und Schwefel als Nebenprodukte gewonnen wurden. Abgebaut wurde dort seit den späten 1850er Jahren bis zur Stilllegung der Anlage 1967. Der Großteil der Anlage stammte noch aus den Zeiten um die Jahrhundertwende 1900 herum. Danach wurde nur gearbeitet, aber nicht in moderne Technik investiert. Wenn man das nicht tut, passiert das, was geradezu zwangsläufig ist: Die Mine wurde stillgelegt, weil sie unwirtschaftlich geworden war. Gebaut und betrieben wurde sie von einem britischen Unternehmen.

Dachstuhl einer der alten Hallen.

Die britischen Besitzer gingen mit ihrem „Englisch sein“ so weit, dass sie sogar eine eigene Kolonie bauten und diese abzäunten. Selbst ihre Nahrungsmittel haben sie damals aus ihrer Heimat importiert. Ein ziemlich abgeschottetes Leben, denke ich. Mich erinnert das ein bisschen an die Kolonialzeit, in der das ähnlich gehandhabt wurde: Die „Weißen“ waren die „Oberklasse“ und die Eingeborenen mussten für sie arbeiten. Andere Nationen, inklusive der Deutschen in ihrer Kolonialzeit waren da allerdings keinen Deut besser oder offener. Das muss man geich dazu sagen.

Ebenfalls vom Abbaukrater. Ab hier spare ich mir die Aufnahmedaten.

Abgebaut wurden über Betriebszeit etwa 40 Mio. Tonnen Gestein, das vor Ort nur gereinigt und separiert und dann grundsätzlich in England verhüttet wurde. Zeitzeugen sind zwei Seen, ein sogenannter „Süßer See“, an dem man auch campen kann und ein „Saurer See“ an dem das nicht geht; dieser besteht aus verdünnter Schwefelsäure. Zudem hatte man schon zur Zeit der Römischen Reiches einige Stollen in den Untergrund getrieben. Es war also kein reiner Tagebau, sondern eine Kombination aus Untertage- und Tagebau. Die Reste eines Förderturms können auch noch, neben einigen interessanteren Ruinen und den beiden Seen, besichtigt werden. Der Eintritt ist kostenlos; der Platz ist unbeaufsichtigt und wirklich sehr lohnend. Trotzdem sollte man sich auch hier an die Regeln halten und den Schildern mit den Sicherheitshinweisen Folge leisten. Sie stehen nicht ohne Grund, wo sie stehen.

Noch einer aus dem Abbaukrater.

Auch wenn die Bilder eigentlich sehr schön aussehen, sollte man im Hinterkopf haben, dass es sich vor allem bei den Bildern des sauren Sees, der hier zu sehen ist, um Bilder eines nicht aufgearbeiteten Umweltschadens handelt, der auch Auswirkungen auf die Umwelt in der Region hat. Mehr weiß Wikipedia.

Ufer des Sauren Sees.

Das Bild oben zeigt die Schäden sehr schön: Das ganze Gestein ist relativ locker und wird deshalb wohl duch den Regen immer wieder in den See gespült. Das heißt, dass dieser See sauer und vergiftet bleibt.

Wie man sehen kann, haben selbst Umweltschäden ihre eigene Schönheit, obwohl nicht nur mir eine intakte oder zumindest renaturierte Landschaft lieber gewesen wäre. Nur hatte das Land zu der Zeit weder die Mittel noch die Technik, das auch umzusetzen. Wer sich ein bisschen mit der jüngeren Geschichte Portugals befasst hat, was zu empfehlen ist, weiß, dass man zu Zeiten des Estado Novo auf dem Stand eines schlecht entwickelten afrikanischen Staates gewesen ist. Die Ökonomie war zu diesem Zeitpunkt schlicht nicht reif für Umweltprojekte. Vor allem das hat, neben der Unterdrückung der Bevölkerung, am Ende für den Sturz des alten Systems während der Nelkenrevolution gesorgt.

Unten im Tagebauloch. Man achte besonders auf die Farbe der Steine und auf die Abwasserleitung.

Zur Technik: Aufgenommen wurde alles mit einer Fujifilm GFX 50R und meistens mit dem 4/32-64. DIe ISO- Einstellung war immer 800. Aufgearbeitet wurde in Capture One Pro, dessen Fuji- Version ich mittlerweile mein Eigen nennen kann. Verkleinert habe ich in Lightroom, weil man Capture One so schon mal mit neuem Material füttern kann…

 

Portugal Anno 2019 -Epilog-

Das trivialste Foto der Welt: Landeanflug in Lissabon. Aus dem Handy. Unbearbeitet.

Irgendwann, nach Erzählungen von Kollegen, kam mir auch mal der Gedanke, nach Südeuropa zu reisen. Spanien oder Portugal erscheinen mir, abgesehen von meinem eigentlichen europäischen Lieblingsland Frankreich, als geeignete Kandidaten. Ein bisschen wurde herumgesucht, ein bisschen nachgedacht und überlegt und am Ende ging der Flug zu einem 14tägigen Aufenthalt über Lissabon nach Portugal.

Meine Tour ging wegen des während meines Aufenthaltes schlechten Wetters im Norden nur durch den Süden. Der nördlichste besuchte Ort war Sintra, von wo ich dann wieder Richtung Süden geflohen bin.

Wer fotografiert, hat eine Menge Gepäck, auch wenn man heute nicht mehr, wie im 19. Jahrhundert, mitsamt der Dunkelkammer unterwegs ist. Heute übernimmt das Auto die Aufgabe des Transports und geschlafen wird in der Regel im Hotel. Schöne Binsenweisheit das, aber man muss ja irgendwie anfangen. Zudem musste das für mich noch neue GFX-System eingefahren und ausgelotet werden. Das geht erfahrungsgemäß am schnellsten, wenn man in den Ferien ist und die Gelegenheit hat, ausgiebig damit zu arbeiten.

Capture one in Action. Hier gerade an einem Bild vom Strand in Setubal. Handyfoto.

Mir war auch wichtig, herauszufinden, wie es mit den anfallenden Bildermengen mit so einer Kamera aussieht. Davon wiederum hängt ab, wie groß das Speichermedium für die in 2020 geplante US-Tour ausfallen muss, um nicht in irgendwelche Verlegenheiten zu geraten. Genauso wichtig ist hierbei, herauszufinden, wie viele Ersatzakkus wirklich gebaucht werden, weil die Teile für die GFX nicht zu den leichtesten gehören und es deshalb durchaus relevant ist, ob z.B.zwei oder vier Akkus mitreisen müssen. Der Nitecore- Lader wurde auch noch nicht strapaziert und leergeknipst hatte ich die Akkus bisher auch noch nie.

Ebenfalls ein wichtiger Aspekt war mir die Überprüfung der Alltagstauglichkeit adaptierter Objektive für meinen Bedarf. Vorerst durfte nur das 28er Shift- Nikkor mit, das nicht zu schwer ist und im Koffer mitgereist ist. Ab und zu habe ich es natürlich benutzt.

Dann war mir noch wichtig, herauszufinden, ob der vorhandene i7-Laptop mit seinen 8GB Arbeitsspeicher für die nicht geringen Datenmengen, die die GFX nun mal erzeugt, hinreichend ist. Man will schon was zum Zeigen haben und das auch in angemessenen Zeiträumen verarbeitet wissen. Es sei gesagt, dass es damit geht, wenn man der Held unter den Geduldigen ist. Vor allem das Rendern der Bilder braucht seine Zeit. Schneller geht es natürlich mit der Blechkiste, die aber nicht mehr in den Koffer passte.

Brücke des 25. April in Lissabon. Hier mit Überblick über den Hafen. 1/340stel Sek. bei Bl.22. ISO 400. Ab hier nicht aus dem Handy, sondern aus der GFX 50R…

Der Flug

Gebucht habe ich dieses Mal wieder einen Trip mit der Lufthansa, der von Hamburg über Frankfurt nach Lissabon ging. Die Zeiten: 5Std.15 hin und etwa zehn Minuten weniger zurück. Das benutzte Gerät kam von Airbus. Auf der Kurzstrecke war es ein A320; von Frankfurt nach Lissabon ein A340.

An dieser Stelle kann man übrigens von Billiganbietern wie Ryanair abraten. Wenn man früh genug bucht, um sich einen Platz zu sichern, ist es praktisch nicht billiger bei der Lufthansa, dafür aber in jeder Hinsicht weniger komfortabel: Man kann nur 5 Kg Handgepäck mitnehmen, was schon das erste No-Go für mich ist. Gutes Zeug wiegt nun mal ein bisschen was und ab und zu die eine oder andere frische Socke anzuziehen, ist eventuell auch ganz sinnvoll. Zudem waren deren Verbindungen ab Hamburg oder Hannover deutlich schlechter als bei der Konkurrenz. Wenn man allerdings einen Flughafen in der Nähe hat, der Direktflüge ans Ziel bietet und mit den Gepäckgrenzen auskommt, kann man das aber durchaus damit versuchen und vergleichen.

Beim Rückflug gab es ein Problem: Die Maschine aus Portugal hatte sich um knapp eine Stunde verspätet. Mein Anschlussflug nach Hamburg war damit weg und ich musste zwischendurch in einem Hotel in Frankfurt absteigen. Sowas nervt, aber es kann passieren. Ich werde mal sehen, ob sich eine Entschädigung für die immerhin rund acht Stunden Verspätung eintreiben lässt. Ich sehe das eher als Startkapital für die nächste Reise in die USA. Wenn die von der EU vorgeschriebene Entschädigung wirklich gezahlt wird, ist das schon fast der Preis für das nächste Ticket nach Los Angeles. Das Geld kommt von der Lufthansa und daher werde ich dann auch wieder mir ein Ticket von dort nehmen. Die Phanasie ist da natürlich sehr schmutzig: Vielleicht kann man so an einen günstigen Platz in der Premuim- Economy kommen. Aber ich ziele in der Realität nicht darauf ab. Ich wäre lieber am selben Abend zuhause gewesen.

Klären sollte man in diesem Zusammenhang auch, wo man die benutzte Kleidung schnell mal durchwaschen kann, damit es dann auch wirklich für zwei Wochen reicht. In Portugal gibt es da einen heißen und nicht mehr ganz geheimen Tipp: Die Intermarche- Supermarktkette hat an fast jedem Markt einen Satz Wasch- und Trockenautomaten stehen, mit deren Hilfe das Problem lösbar ist. Es gibt sie in nahezu jedem größeren Ort, was die Wege verkürzt. Man braucht allerdings rund sechs bis acht Euro in Münzen dafür, wenn man die 8Kg- Maschine verwendet. 18Kg sind ein bisschen teurer; das kostet zwölf inkl. Trockner. Es kommt also auch auf die Menge an, die gewaschen werden soll.

Dachrinne an einem alten Getreidespeicher. 1/70stel Sek. bei Blende 22. ISO 800. Mit dem 32-64.

Das Auto

…wurde direkt bei einem Vermieter gebucht. Dieses Mal war es Interrent. Wie es sich am Ende ausgeht, wird sich zeigen. Man sollte etwa 350€ für ein Fahrzeug in der Größe eines VW Polo oder Opel Corsa veranschlagen und bei der angebotenen Versicherung das Rundum-Sorglos- Paket mitnehmen. Das kann im Nachhinein eine Menge Ärger ersparen und wird ganz am Ende sehr wahrscheinlich billiger, als etwas von den Portalen in Deutschland mit deren Verträgen zu buchen. Zumal vergleichbare Pakete bei einer Direktbuchung nur wenig bis gar nicht teurer sind als das Zusammenstellen eines Paketes aus dem Billigstangebot mit Versicherungen von einem anderen Anbieter. Wir reden hier über einen Preisunterschied von etwa 10-20 Euro und eine Kaution, die auch nicht hinterlegt werden muss und die schnell mal auf 2000 Euro und mehr anwachsen kann, wenn das Auto groß genug ist. Englisch- oder Spanischkenntnisse sind hier allerdings sinnvoll, obwohl die meisten größeren Anbieter auch eine deutschsprachige Site betreiben.

Wichtig ist auch, zu wissen, dass die Fahrzeuge, die angeboten werden, nach Größenklasse vermietet werden. Ein VW Polo auf einem Foto bedeutet also nur, dass man mit einem Fahrzeug von etwa vier Metern Länge rechnen kann, nicht aber, dass man auch genau den abgebildeten Typ bei der Fahrzeugübernahme bekommt. Mir war das schon immer klar, aber einige Leute begreifen genau das nicht und beschweren sich im Nachgang genau darüber.

Was durfte mitfliegen?

Das Kamerakit musste dieses Mal zahlenmäßig klein gehalten werden. Dieses Mal kamen die GFX50R, das 4/32-64 und das 5,6/100-200 mit. Das erwähnte Nikon- Shiftobjektiv musste aus Gewichtsgründen im Koffer mitfliegen. Es ging halt nicht anders.

Im Koffer befanden sich zwei Ladegeräte; das hier schon mal erwähnte von Nitecore und ein weiteres als Redundanzsystem von Patona, das allerdings bei Gelegenheit einem weiteren Nitecore weichen wird und daher eine Karriere als „Heimstation“ vor sich hat. Das Patona- Gerät läuft entweder mit Netzstrom oder dem aus der Autobatterie und das Gerät von Nitecore kann am USB-Anschluss an praktisch jedem 2A- USB- Ladegerät betrieben werden, wenn auch eingeschränkt. QC-fähig ist es allerdings auch und mit einem passenden Netzteil lädt es relativ schnell.

Immer wieder dabei ist ein Graufilter- Kit, das manchmal gebraucht wird und das auch mal wieder arbeiten durfte. Hier war es mir wichtig, herauszufinden, ob es mit dem 28er Nikkor Probleme mit Vignettierungen gibt, was für perfekte Bilder ein Ausschlusskriterium sein kann. Wenn man hier auf 150mm- Filter gehen muss, leidet die Transportabilität.

Mertola. Innenstadtansicht. Diese Straße ist die breite Version. Hinter dem Haus links wird es eng. Sehr eng. Mit dem 32-64. 1/80stel Sek. bei Bl. 18. ISO 200.

Orientierung und Kommunikation

Die Straßensituation in Portugal ist aus meiner teutonischen Sicht etwas heikel. Schilder mit Straßennamen sind vor allem in Dörfern und kleineren Städten kaum zu finden und selbst in Lissabon nicht immer vorhanden. Das erschwert die Orientierung mit einem Stadtplan schon mal erheblich. Dann stimmen bei den Adressangaben gebuchter Hotels die Stadtbezeichnungen oft nicht genau, was die Navigation mit einem im Auto eingebauten System zusätzlich erschwert. Man ist hier weitgehend auf Google Maps angewiesen, das in Portugal für mich am besten funktioniert. Das Navigationssystem, das in meinem Mietwagen eingebaut war, erwies sich nicht nur deshalb als so gut wie nutzlos. Auch die Mautstraßen ließen sich damit nicht umgehen. Sinnig war es nur wegen der Nummern der Straßen, die es anzeigte, aber nicht, um irgendwo hin zu kommen.

Es bleibt also das Telefon und man muss daran denken, eine Handyhalterung mitzunehmen auf den Datenverbrauch zu achten. Ein Navigationsvorgang kann immerhin schnell mal 50-80 MB verbrauchen, wenn man auf längeren Strecken unterwegs ist. Bei einem Dual-Sim-Modell ist das einfach. Vodafone bietet z.B. 30 GB für 15 Euro als Prepaid-Tarif an und MEO hat das gleiche im Angebot. Meine Karte war von MEO, die nach Angaben aus einigen Foren neben Vodafone die beste Netzabdeckung in Portugal bieten sollte. Ich habe das aber nicht mit einer Vodafone- Karte gegengetestet und daher kann man daraus auch keine Empfehlung ableiten. Für mich hat sie allerdings funktioniert. Das ist meistens billiger als einige Gigabytes über den Provider aus Deutschland zuzubuchen, falls das überhaupt möglich ist und bietet noch etwas Reserve, um sich noch den einen oder anderen Film auf Netflix oder Amazon anzusehen. Zudem ist man so unabhängig von der Qualität des WLANs im Hotel, die auch mal grottenschlecht oder auch gar nicht vorhanden sein kann. Das hatte ich in drei von sechs genutzten Unterkünften; die Wahrscheinlichkeit für Probleme auf diesem Gebiet ist also nicht gering. Dieses spezielle Survival- Kit kann man in größeren Einkaufszentren finden. Meistens sogar von mehreren Anbietern.

Zu den Bildern: Fuji GFX mit Fujifilm 32-64 und 100-200. Nacharbeit in Capture One. Verkleinert fürs Web in Lightroom. Aus reiner Gewohnheit und weil man so schon mal mit Capture One neue Bilder importieren kann. Mehr und besseres demnächst.