
Ich habe einen Renault Master mit einem Font-Vendome- Ausbau, dessen Aufbauelektrik von Nordellettronica stammt. In meinem Fall sind das:
- Netzteil/Ladegerät mit 17Ampere Leistung.
- Ladebooster für die Aufbaubatterien, 40A Leistung.
- Elektronische Steuerung für Licht, Wasserpumpe etc. nebst Sicherungskasten.
Über Nordelettronica kann man denken, was man will. Vor allem sollen Ersatzteile dafür nur über den Vertrieb des Fahrzeugs lieferbar sein. So hätte es Ahorn gerne, aber es gibt Alternativen. So sind diese Gerätschaften in Italien durchaus auch im freien Handel verfügbar. Man muss allerdings ein bisschen danach suchen. Dann wird man auch fündig. Und billiger als in Deutschland wird es auch noch, wenn man mal etwas braucht.
Der wesentliche Vorteil dieser Ausrüstung liegt allerdings nicht in ihrem vergleichsweise günstigen Preis. Die Qualität ist, wie bei allen Anbietern von Campingsachen, in gewisser Weise Verhandlungssache; es kommt also auf den Nutzer an. Wichtig ist allerdings, dass diese Sachen in günstigeren Fahrzeugen sehr verbreitet sind und dass auch die Kabelbäume für diese Fahrzeuge häufig dort hergestellt werden. Das erleichtert die Fertigung des Fahrzeugs und daher kann man als Ausbauer die Wohnmobile ein bisschen günstiger verkaufen.
Ein anderer Vorteil dieser Elektrik, die man auch als modular bezeichnen kann, ist die Möglichkeit, dass man zumindest beim Ladebooster und dem Netzteil auch auf andere Hersteller zurückgreifen kann. Wichtig wird das vor allem, wenn man das Fahrzeug irgendwann für eine längere USA-Reise nutzen will. Deren Stromversorgung anders ist als hier in Europa: Bei uns sind das die bekannten 230 Volt bei 50 Hz Netzfrequenz. Drüben aber 120V/60 Hz. Man kann sich da, wie bei vielem, auf mehreren Wegen behelfen. Der beste Weg ist aber der, der in dieser Form so nicht angeboten wird; nämlich der Austausch des Netzteils. Man sollte dann allerdings auch wissen, wie man die vorhandenen Landstromkabel USA- tauglich bekommt. Schwierig ist das nicht; doch dazu später mehr.
Der strategische Ansatz
Ein paar Dinge zum Thema LiFePo- Akkus und Camping sollte man im Hinterkopf haben. Der wichtigste Aspekt ist der der Kosten; Camper sind nunmal Sparbrötchen. Vor allem bei den Akkus und deren Einbau wird gerne kräftig zugelangt. So kann der Wechsel des Akkus nebst dem Umstellen eines oder zweier DIL- Schalter an Netzteil und Ladebooster schnell mal 1500 Euros kosten. Wir reden hier über einen Preis für für maximal 20-30 Minuten. Wenn man noch ein paar Sachen umbauen muss und vielleicht ein paar dicke und längere Kabel anzufertigen sind, sehe ich das noch als legitim an, aber für einen einfachen Batteriewechsel ist das Wucher.

In meinem Fall musste etwas umgebaut werden, weil es im Fahrzeug keine Batterieträger gab und ich ein paar Verbindungen erneuern musste. Zudem sollte ja noch ein Batteriewächter nachgerüstet werden, um meinen spezifischen Stromverbrauch zu ermitteln. Wichtig ist das für die Auslegung der geplanten Solaranlage und natürlich für die Ermittlung der Reichweite der Batterien selbst. Mehr ist eigentlich immer besser, aber man muss dabei wichtige Aspekte wie das Gewicht und die rein physikalische Größe der neuen Gerätschaften selbst im Auge behalten.
Wir sind hier bei den Kosten und bei dem, „was da ist“. In meinem Fall sind das ein LiFePo- tauglicher 40A- Ladebooster und ein 17A- Netzteil/Ladegerät. Beides ist von Nordeletronica und hinreichend. Zudem gibt es da noch die eine oder andere Grenze. Das ist vor allem die der Landstromversorgung. Oft sind das nur vier bis sechs Ampere, was auch den maximal möglichen Anschlusswert des Netzteils darstellt. Das erklärt die relativ niedrige, aber ausreichende Leistung des Netzteils, das ich im Defektfall durch eines mit ähnlicher Leistung ersetzen werde. Mit 25+30A als Ladestrom sollte das gerade noch funktionieren. Ein zweites Gerät mit deutlich mehr Leistung, etwa 50 Ampere, soll aber noch mal mit einem Wahlschalter dazukommen.
Dann bleiben die Akkus; die nimmt man nach gewünschter Kapazität. Die gängigste Größe sollte 100AH sein, bei 12V. Das ist auch die von mir genutzte Größe, weil zwei davon schön in den Einbauort passen. Wenn etwas anderes in den Einbauplatz passt, kann man auch das hernehmen. Man muss halt nachmessen.
An dieser Stelle wird auch der Stromverbrauch wichtig: Mein Kühlschrank läuft auf 12Volt; einen Laptop habe ich auch und die Telefon- und Kameraakkus wollen auch geladen werden. Bei mir sind das übrigens ziemlich genau 48 AH, die das System täglich aus der Batterie zieht; meine zwei Akkus reichen also etwa drei bis vier Tage, bis nachgeladen werden muss. Die AGM- Batterie, die in meinem Fahrzeug verbaut war, hatte eine Kapazität vom 100 AH und reichte daher einen Tag, weil man Akkus dieser Bauart bessser nicht leersaugen sollte. Auch das sind noch Bleiakkus und daher liegt das Limit bei einer Entladung von etwa 50-60% zu 80-90% bei den LIFEPO-Akkus.
Details zur Installation kommen später noch mal dazu. Man sollte wissen, dass auch bei niedrigen Spannungen ein Risiko für Fehler besteht, für die ich eigentlich nicht verantwortlich sein will und kann. Wichtig ist allerdings, dass man über einen gesunden Verstand verfügt und sich ein bisschen sowohl mit der Elektrik selbst als auch mit den nötigen Werkzeugen auskennt.