
Wie es denn so ist; man muss an einigen Dingen dranbleiben. Das gilt so auch für mein hier liegendes Sonnar 2,8/180 für die Pentaconsix. Der erste Versuch scheiterte, aber man kann ja nochmal darüber nachdenken.
Es standen ein paar Optionen als Ursache zur Auswahl, die ausgzugrenzen waren:
- Das Objektiv ist dejustiert und damit ein Fall für den Schrott.
- Der Adapter ist wacklig.
- Das Stativ taugt nicht für das Objektiv.
Das mit dem dejustierten Objektiv konte ich erst einmal ausschließen. Bei einem Testlauf mit der Blitzanlage wurden die Bilder annehmbar scharf.
Also blieb das Thema Vibrationen oder ungeplante Verstellung irgendwo am Stativ oder am Adapter. Der Adapter ist das von mir eigentlich sehr geschätze T/S- Modell von Kipon, das sich bisher gut bewährt hat. Trotzdem: Man kann sich ja mal was Günstiges schießen und das nachprüfen und dann einen neuen Anlauf nehmen. Das tat ich dann auch: Ich habe mir etwas Billiges aus Polen besorgt um zu sehen, ob es besser wird. Dann musste ich ein paar Tage warten und das Ding war hier. Dieser Adapter funktioniert nicht wie meine Hartblei- Adapter, sondern man kann das Objektiv nur mit ein paar Inbusschrauben fest ans Objektiv montieren. Das mag etwas unglücklich erscheinen, aber so habe ich die Linse mit zwei statt drei Verbindungen an der Kamera angesetzt.

Dann haben wir noch mein Togopod- Stativ: Das soll stabil sein, ist es aber nicht mehr, sobald man etwas darauf befestigt, das mehr als zwei Kg wiegt, wie sich gezeigt hat. Es soll das stabilste Modell von denen sein; 25Kg Traglast werden da für den Kugelkopf beworben; 50 für das eigentliche Stativ. Also: Mit den X- Modellen von Fuji funktioniert es gut; mit den GFXen klappt das nur bei eher kurzen Brennweiten wirklich; mit dem 180er zeigten zwei von drei Aufnahmen irgendwelche undefinierten Bewegungsunschärfen, die sich nicht reproduzieren ließen. Nicht gut, das. Aber: Wenn es mal nicht vibriert sind die Bilder scharf. Das Ergebnis der Bemühungen ist also: Zwei Problemquellen und Togopod Lukas = Tonne. Der Schaden ist allerdings gering; meines kam für ’nen Fuffi von der Resterampe. Die Preisempfehlung ist für das Gebotene allerdings horrend: 299,95 Euro stehen als Listenpreis bei denen auf der Website. Ich habe auch noch ein kleines Alustativ von denen, das interessanterweise gute Arbeit leistet und mit mir schon bis in die USA gereist ist. Ich denke daher momentan, dass das Teil wohl ein Ausrutscher ist.

Genug aufgeregt; Zeit für eine Beurteilung des 180ers: Die Bildqualität ist auch damit so gut wie bei den anderen Pentacon- Linsen und die 100MP meiner GFX 100s löst es, zumindest dem Augenschein nach, auch auf. Die Kontraste sind allerdings schwächer als bei den anderen Linsen aus dem Haus Zeiss Jena. Das vergütete 120er und das unvergütete 50er können das ein bisschen besser. Allerdings kann man da in der Nacharbeit ganz gut nachhelfen. Irgendwelche Verzeichnungen konnte ich auch nicht finden und daher meine Wertung: Einsatzfähig!

Man sollte das Objektiv allerdings mit der eingebauten Stativschelle benutzen; die Gewichtsverteilung auf dem Kugelkopf ist damit gleichmäßiger, was die Unterkonstruktion in sich stabiler macht. Mir ist das klar, aber manchen vielleicht nicht. Und: Ein Test mit meinem Rollei C6i in Carbon steht noch aus. Damit sollte es besser gehen als mit dem Togopod.

Bei dem Objektiv handelt es sich um ein sogenannte „Zebra“- Modell aus den späten 1960er Jahren. Das ist schon das neu gerechnete Sonnar. Das 180er Objektiv aus der allerersten Baureihe ist im Grunde noch die „Olympia Sonnar“- Konstruktion von 1936. Um 1965 wurde die Konstruktion einer Neuberechnung unterzogen. Vergütet ist das Objektiv nicht; das gab es erst seit etwa Mitte der 1970er.
Zur Technik: Alle Bilder sind, bis auf das erste, mit einer Fujifilm GFX100S und dem Zeiss Jena Sonnar 2,8/180mm entstanden. Nacharbeit in Capture One.