{"id":1589,"date":"2015-05-29T10:48:41","date_gmt":"2015-05-29T09:48:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.klicklack.de\/?page_id=1589"},"modified":"2026-03-03T23:57:30","modified_gmt":"2026-03-03T21:57:30","slug":"warum-die-kamera-wichtig-ist","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.klicklack.de\/?page_id=1589","title":{"rendered":"Warum die Kamera wichtig ist"},"content":{"rendered":"<p>Ein Bild aus dem Baumarkt:<\/p>\n<p>Ich habe in 2008 f\u00fcr mein altes Haus einen Parkettboden angeschafft. Weil man ja in Solidit\u00e4t denkt, besteht dieser aus Massivholzst\u00e4ben in 22mm St\u00e4rke, um genug &#8222;Fleisch&#8220; f\u00fcr sp\u00e4tere Renovierungen zu bieten. Im Vergleich mit Fertigparkett ist die nutzbare Schicht immerhin etwa dreimal so dick, was bedeutet, dass ich auf jeden Fall keinen neuen Fussboden mehr kaufen muss.<\/p>\n<p>Dieser Boden will auch verlegt sein. Bei mir liegen Kiefernholzbretter als Fussboden, die zwar ziemlich abgetragen aussehen, aber f\u00fcr die Statik durchaus intakt sind, St\u00e4rke etwa 28mm oder ein preussischer Zoll. Dieser Boden dient jetzt als Blindboden, auf dem der Parkettbelag aufgeschraubt ist.<\/p>\n<p>Zum Schrauben braucht man ein Werkzeug, mit dem man schnell und effektiv arbeiten kann. Also ging es erstmal in die \u00fcblichen Baum\u00e4rkte, um zu sehen, was das Sortiment hergibt. Damals waren das ausschlie\u00dflich Heimwerkerger\u00e4te mit wenig Drehmoment und steinalter Akkutechnik. Zu Preisen, zu denen man mit einem bisschen mehr Geld auch einen richtigen Schrauber kaufen kann. Hier mal die typischen Daten eines solchen Ger\u00e4tes:<\/p>\n<ul>\n<li>14-18 Volt Betriebsspannung im Akku.<\/li>\n<li>Akkukapazit\u00e4t zwischen 1,5 und 2 AH.<\/li>\n<li>Drehmoment zwischen 25 und 40 NM.<\/li>\n<li>1,5-2-AH- Akku mit Nickel-Cadmium-Zellen.<\/li>\n<li>Ladezeit etwa 1-3 Stunden.<\/li>\n<li>Ein Akku ist dabei.<\/li>\n<li>Preis 150-200 Euro f\u00fcr ein halbwegs ordentliches Ger\u00e4t.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein Vergleich ergab das hier bei einem guten professionellen Ger\u00e4t:<\/p>\n<ul>\n<li>14 Volt.<\/li>\n<li>Akkukapazit\u00e4t 3 AH.<\/li>\n<li>Drehmoment ca. 80 NM.<\/li>\n<li>Lithium-Ionen-Akku.<\/li>\n<li>Ladezeit 45 Minuten.<\/li>\n<li>Zwei Akkus im Paket.<\/li>\n<li>Preis 330 Euro; einen Rabatt habe ich auch noch bekommen, 10%, also waren es genau 300.<\/li>\n<li>Die Maschine sieht nicht nur ordentlich verarbeitet aus, sondern sie ist es auch.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In meinem Fall ist das ein Schrauber von Hitachi. Blaue Bosch oder Makita aus der Pro-Serie gingen aber genauso gut.<\/p>\n<p>Kalkulieren wir mal weiter:<\/p>\n<p>Ein Zusatzakku kostet im Baumarkt etwa 60 Euro, wenn er denn lieferbar ist. Die Maschine aber bleibt dadurch trotzdem schwach und die Akkutechnik bleibt alt. Der Mehrpreis d\u00fcrfte sich also bezahlt machen. Das hier sind die Gr\u00fcnde:<\/p>\n<ul>\n<li>Meine Maschine sieht mittlerweile etwas mitgenommen aus, funktioniert aber besser als eine neue.<\/li>\n<li>Die Akkus haben ihre Kapazit\u00e4t immer noch.<\/li>\n<li>Das Drehmoment ist auch noch vorhanden.<\/li>\n<li>Eine typische Heimwerkermaschine w\u00e4re schon l\u00e4ngst auf dem Wertstoffhof gelandet, weil man daf\u00fcr keine Akkus mehr bekommt. Diese w\u00e4ren n\u00e4mlich l\u00e4ngst hin\u00fcber gewesen,\u00a0 wie fr\u00fchere Erfahrungen gezeigt haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Klartext: Aus dem Baumarkt h\u00e4tte ich mir jetzt schon mindestens die dritte Maschine geholt und mich \u00fcber den entstandenen Abfall und die schwache Maschine ge\u00e4rgert. Und teurer w\u00e4re das auch gewesen. Genaugenommen h\u00e4tte ich so schon 600-700 f\u00fcr das Vergn\u00fcgen des Akkuschraubens bezahlt. Ergo w\u00e4re das schon doppelt so teuer.<\/p>\n<p>Mit anderem Ger\u00e4t in meinem Haushalt verh\u00e4lt es sich genauso: Mein Bohrhammer ist auch ein hochwertiges Ger\u00e4t und hat trotz ausschweifender Nutzung erst 25 Jahre auf dem Buckel&#8230;<\/p>\n<p>Was hat das mit einer Kamera zu tun?<\/p>\n<p>Wenn man nachdenkt, ist das auf dem Gebiet genauso. Es gibt Leute, die immer wieder Billigger\u00e4t kaufen und sich hinterher \u00e4rgern. Dann kaufen sie in Erwartung Besseren das n\u00e4chste Nichtganzso- Billigger\u00e4t und das n\u00e4chste Nichtganzso- Billigobjektiv. Und haben schon zweimal Geld ausgegeben. Beim dritten Mal wird es dann vielleicht besser, aber die meisten arbeiten sich langsam vor und landen am Ende genau bei dem, was ich getan habe: Ich habe mir gleich reelle Sachen angeschafft, um sie zu benutzen. Und damit man sie benutzen kann und mag, m\u00fcssen diese Dinge eben von bestm\u00f6glicher Qualit\u00e4t sein.\u00a0 Auf der ersten Seite meiner Stammtischmeinungen kann man das nachlesen: Man nehme nur ein gutes Objektiv, wenn das Geld momentan nicht f\u00fcr mehr reicht.<\/p>\n<p>In fr\u00fcheren Zeiten gab es diese Philosophie: Man kauft alles dreimal. Einmal billig, dann etwas besser und dann das Allerfeinste, aber aus Zweiter Hand. Vor allem f\u00fcr Laboreinrichtungen galt das, aber auch f\u00fcr hochwertige Kameras&#8230;<\/p>\n<p>Insofern kann man das so sehen: Es ist alles eine Frage der Priorit\u00e4ten. Man kann nur ein hochwertiges Ger\u00e4t haben oder mehrere minderwertige. Man kann mit einem \u00e4lteren Mercedes herumfahren oder mit einem neuen Dacia. Bei den Autos verh\u00e4lt sich das allerdings etwas anders: Hier ist Qualit\u00e4t im Sinne von Zuverl\u00e4ssigkeit und Komfort so wenig eine Frage des Herstellers wie bei den Kameras. Gute Autos bauen fast alle, aber in den Details sind einige besser und andere schlechter. Keine Rolle sollte das Image des Fahrzeugs spielen; hier mal ein Beispiel:<\/p>\n<p>Freunde von mir sind in Los Angeles mit einem alten Toyota Prius unterwegs, der in den USA tats\u00e4chlich mit umgerechnet etwa 3 Litern pro 100 km bewegt werden kann und rund 120000 Meilen auf der Uhr hat. Die Bremsen zeigen keinerlei Verschlei\u00df, das Fahrzeug f\u00e4hrt sich wie ein Neuwagen und auch die Sitze sind noch fast wie neu. Das Auto ist vielleicht nicht wirklich sch\u00f6n, aber es wird mit der Zeit immer h\u00fcbscher, wenn man den Blick auf die Gesamtkosten wirft. Platz ist darin \u00fcbrigens genug; das Fahrwerk ist auch f\u00fcr Deutschland gut und laut ist es auch nicht darin. Wenn ich den Gedanken f\u00fcr mich weiterspinne und dann noch auf Gasantrieb umr\u00fcste, was mit bestimmten Anlagen, bei denen man den Motor auch mit Gas starten kann, m\u00f6glich ist, hat man eine wirklich langlebige Spardose. Eine bei mir vorhandene Kalkulation besagt, dass man damit etwa zum halben Kurs eines modernen Turbodiesels ans Ziel kommen kann, obwohl die Nachr\u00fcstung nat\u00fcrlich auch erst amortisiert werden muss. Und der Umwelt tut man ganz nebenbei auch noch einen Gefallen. Wirklich interessant wird das aber erst ab etwa 20000 Kilometern im Jahr. Auch hier muss man wiederum kalkulieren: Man kann mit Gl\u00fcck, Preisvergleichen und etwas Suche die Gasanlage schon \u00fcber den g\u00fcnstigen Kaufpreis des Fahrzeugs einhandeln, wenn man geschickt vorgeht.<\/p>\n<p>Ich habe das vor 15 Jahren mal mit einem Mazda 626 gemacht: Wert nach Internetrecherche in meiner Gegend etwa 4500. Gekauft mit einem defekten Gebl\u00e4seschalter f\u00fcr 2800. Gasanlage damals 1500, Gebl\u00e4seschalter f\u00fcr 30 und drei Stunden Schwitzen auf dem Hof, weil das Ding irgendwie in die Regelung hineinpraktiziert werden musste&#8230; Gespart \u00fcber vier Jahre Fahrzeuglaufzeit: etwa 5000 muntere Euronen allein beim Kraftstoff. Fahrleistungen, Fahrkomfort, Platzangebot, Verbrauch und Innenger\u00e4uschpegel h\u00e4tten \u00fcbrigens auch einem Benz zur Ehre gereicht. Noch Fragen?<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit den Kameras: Zuerst m\u00fcssen die Qualit\u00e4ten stimmen. Dann kann man \u00fcber das Design reden. Das gilt nat\u00fcrlich immer f\u00fcr das Gesamtsystem. Dann muss man weiterrechnen: Erstklassige Digitalkameras kauft man im Angesicht des technischen Fortschritts derzeit oft noch in Neu; erstklassige Objektive gibt es auf dem Gebrauchtmarkt. Die Kamera verliert nach drei Jahren etwa die H\u00e4lfte ihres Neuwertes; gebrauchte Objektive je nach Hersteller und Modell zwischen nichts und 20%, je nach Kaufpreis, wenn man die richtigen Sachen kauft. Bis hierher sind zwei Dinge noch nicht im Zusammenhang mit dem Thema Kamera gefallen: Marken und Modelle. Das ist eigentlich genauso egal wie bei den Autos.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich geht das bei den Kameras aber nach diesem Schema:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Kamera kann eher einfach gestrickt sein; ein Modell der unteren Mittelklasse ist schon sehr gut.<\/li>\n<li>Die Objektive sollten die besten Bezahlbaren sein, m\u00f6glichst aus Zweiter Hand gekauft werden und vom Kamerahersteller kommen. Fremdoptiken sind nur dann gebraucht interessant, wenn man sie g\u00fcnstig haben kann. Hier gilt dasselbe wie beim Auto: Wenn man ein 30000-Euro-Fahrzeug nach vier Jahren f\u00fcr 12-13000 kauft, hat ein anderer schon 17-18000 abbezahlt, die man selbst nicht mehr aufwenden muss. Die restliche Laufzeit des Gef\u00e4hrts ist eher eine Frage sorgf\u00e4ltiger Wartung als der Jungfr\u00e4ulichkeit eines neuen Gef\u00e4hrts. Allerdings mit dem Unterschied, dass ein Auto nach 12-14 Jahren meistens nicht mehr lohnend repariert werden kann und dass ein Objektiv mindestens doppelt so lange h\u00e4lt.<\/li>\n<li>Anderes Zubeh\u00f6r wie Blitzger\u00e4te, Speicherkarten, Taschen und Ersatzakkus sind beim Gebrauchtverkauf eher Beigaben. Solche Dinge muss man nicht unbedingt vom Kamerahersteller kaufen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Immer noch nicht gefallen ist hier ein Markenname. Ich hatte bis vor kurzem Canon und habe derzeit Fuji X, eine alte Canon und eine Fijifilm GFX 50R. Die Fujis habe ich, weil ich damit sehr gut arbeiten kann und weil die Objektive gut sind. Gut ist \u00fcbrigens auch die alte Canon und man kann sie durchaus empfehlen, zumal sie \u00fcberraschend einfach zu h\u00e4ndeln sind und die dazu gekauften Sigma- Objektive durchaus mit den Originalen vergleichbar ist. Im Studio kann man sie \u00fcbrigens mangels eines Schwenkmonitors nicht so gut einsetzen wie Fujis X-T2, die aber mangels des Schwenkmonitors wiederum robuster und stra\u00dfentauglicher ist. Einen Kabelanschluss f\u00fcr den Studioblitz haben nur die Fujis; die Canon &#8222;l\u00e4uft&#8220; dort mit einem biligen Infrarotblitz.<\/p>\n<p>Das hier Gesagte gilt aber wiederum nur f\u00fcr mich. Andere sehen und denken anders und brauchen permanent ihre neue und teure Kamera. Sicher bin ich allerdings auch nicht davor. Man wei\u00df das ja nie. Soll hei\u00dfen: Die Markennamen sind vor allem hier nur Namen und zuerst mal keine Empfehlung dessen, was das Allerbeste ist. Wenn man das eine System kauft, hat man die eine Macke und wenn man zu etwas Anderem greift, hat es andere Macken.<\/p>\n<p>Ein Kamera hat ein Dauersuchender bis hierher aber immer noch nicht. Ich aber schon&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bild aus dem Baumarkt: Ich habe in 2008 f\u00fcr mein altes Haus einen Parkettboden angeschafft. 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