{"id":1209,"date":"2014-03-04T23:44:11","date_gmt":"2014-03-04T22:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.klicklack.de\/?page_id=1209"},"modified":"2020-02-03T11:59:12","modified_gmt":"2020-02-03T10:59:12","slug":"kamera-die-zweite","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.klicklack.de\/?page_id=1209","title":{"rendered":"Die gro\u00dfe Kamera &#8211; Objektive und Gunds\u00e4tzliches"},"content":{"rendered":"<p>Eine Gro\u00dfformatkamera ist kein einfaches Ding, wie schon die Bilder von der Shenhao zeigen. Man kann allein an der Sch\u00e4rfenebene herumbasteln, diverse H\u00f6henverstellungen durchf\u00fchren und hat zu guter Letzt auch noch mehrere Wege, die zum selben Resultat f\u00fchren k\u00f6nnen. Dann muss man auch noch beachten, dass man die Objektive nicht \u00fcberreizt und einiges andere.<\/p>\n<p>Was aber ganz besonders klar sein muss, ist das Faktum, dass es hier keine Automatiken gibt: Nix! Nada! Wenn etwas nicht so ist, wie der Fotograf das wollte, liegt das am Fotografen, noch mehr als bei den digitalen Vollautomaten.<\/p>\n<h1>Das Objektiv<\/h1>\n<p>Objektive f\u00fcr Gro\u00dfformatkameras sind anders als das Gewohnte aus dem Kleinbild- oder Mittelformatbereich. Auf der einen Seite sind sie meistens kompakter, fast immer lichtschw\u00e4cher und zudem nicht propriet\u00e4r: Wenn man die Kamera wechselt, kann man entweder die Platinen, auf denen die Objektive montiert sind, wechseln oder sich einen Adapter beschaffen. Letzteres geht vor allem, wenn man von einer Kamera mit Linhof-Technika-Anschluss auf eine Studiokamera wechselt. F\u00fcr Linhof-Platten haben fast alle Anbieter Adapter im Angebot. Auflagema\u00dfe spielen keine Rolle: Der Balgen ist bereits der Adapter daf\u00fcr. Das Einzige, was passieren kann, ist, dass man z.B. bei einer Sinar f\u00fcr Brennweiten unter 100mm einen Weitwinkelbalgen braucht, der flexibler als der Normalbalgen ist. Das ist allerdings bei den anderen nicht anders. Der wesentliche Vorteil kleinerer Platinen ist demnach: Wenn man zwei Systeme hat, lassen sich die vorhandenen Objektive in Linhof-Platinen einbauen und man kann auf die gr\u00f6\u00dfere Kamera adaptieren, wie ich das tue.<\/p>\n<h1>Die Objektive<\/h1>\n<p>Objektive f\u00fcr das Gro\u00dfformat sind sehr interessante Konstruktionen, die einerseits durch ihr Alter an sich bestechen und zum anderen durch ihre konstant hohe Qualit\u00e4t. Das bedeutet, dass ein Objektiv aus den 1950ern kaum schlechter ist als viele der neuen Apochromaten. Die Grenze der Qualit\u00e4t ist nach meinen Erfahrungen eher bei den Filmen zu finden als bei den Linsen. Wer davon mal Vergr\u00f6\u00dferungen in Meterformaten angefertigt hat, wird das selbst sehen. Bei &#8222;Briefmarken&#8220; bis etwa 50x60cm d\u00fcrfte der einzige Unterschied in der etwas geringeren Kontrastleistung bei einigen Optiken aus den 1930er Jahren erkennbar werden. Und das kann man mittels einer gut durchdachten Filmentwicklung kompensieren.<\/p>\n<p>Zeit ist also relativ. Wenn hier also von \u00e4lteren Linsen die Rede ist, sind damit vor allem Objektive aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bis in die fr\u00fchen 1950er Jahre gemeint. Alte Linsen kommen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Neuere Linsen lassen sich zeitlich ab etwa Mitte der 1950er Jahre einordnen. Hier werden Zeitdimensionen wirklich eher in Menschenalter gedacht als in Jahrzehnten.<\/p>\n<h2>Grunds\u00e4tzliches<\/h2>\n<p>Dann sollte man noch einige andere Dinge kennen. Eines davon ist der Bildwinkel, der bei bestimmten Konstruktionen immer ann\u00e4hernd gleich ist. Bei Normalobjektiven sind das je nach Alter zwischen 70 und 72\u00b0, unabh\u00e4ngig von der Brennweite. Bei \u00e4lteren oder preiswerteren Objektiven ist der Bildwinkel etwas kleiner.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kursieren im Normalbereich nur drei Grundkonstruktionen und Abwandlungen davon. Das sind der symmetrische Gausstyp, der am verbreitetsten ist, das Triplet(eine sehr alte Konstruktion aus dem sp\u00e4ten 19. Jahrhundert) und der Tessar-Typ als verbessertes Triplet, der preiswerter ist und meistens einen kleineren Bildkreis bietet. Man muss sich also \u00fcberlegen, was man kauft. Die Tessar-Typen sind wie die Triplets ziemlich regelm\u00e4\u00dfig \u00e4lterer Bauart.<\/p>\n<p>Beispiele f\u00fcr klassische Gausstypen sind die Symmare von Schneider-Kreuznach und die Sironare von Rodenstock. Dazu gibt es noch Nikkor-W und Fujinon-W. Apochromaten der neueren Generation wie das Apo-Sironar-S oder das Symmar ab Version S sind jedoch abgewandelte Sechs- und Siebenlinser und nicht symmetrisch! F\u00fcr den Einsatz als normale Aufnahmeobjektive ist das nicht relevant. Aber wer eine alte Version kauft, sollte wissen, dass man das hintere Glied des Objektivs auch solo nutzen kann und so zumindest f\u00fcr den Anfang eine weitere lange Brennweite zur Verf\u00fcgung hat. Der Verl\u00e4ngerungsfaktor liegt sowohl bei Brennweite wie auch beim Balgenauszug und der Belichtung bei 1,8. Das bedeutet, dass die Kamera bei entsprechender Verwendung und von einem Auflagema\u00df entsprechend der Brennweite ausgehend mit einem 150mm- Objektiv bereits auf 270mm ausgezogen werden muss, um \u00fcberhaupt auf Unendlich fokussieren zu k\u00f6nnen. Im Nahbereich k\u00f6nnen das bei gro\u00dfem Abbildungsma\u00dfstab schnell mal 600mm und mehr werden.<\/p>\n<p>Der zweite verbreitete Typ sind die Weitwinkelobjektive. Beispiele daf\u00fcr sind das Grandagon von Rodenstock und seine Derivate und die Super-Angulone von Schneider-Kreuznach. Aus Japan gab es mal Nikkor-SW und Fujinon-SW sowie einige weitere Hersteller. Diese Objektive sind oftmals Abk\u00f6mmlinge der symmetrischen Objektive. Der Bildwinkel liegt meistens bei etwas \u00fcber 90\u00b0.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt gibt es noch einige alte Telekonstruktionen wie die Tele-Artone und die Tele-Xenare von Schneider-Kreuznach, die allerdings nur noch gebraucht zu haben sind. Ihr Vorteil liegt vor allem im kurzen Auflagema\u00df, weniger in den Verstellm\u00f6glichkeiten. Deren Bildwinkel liegt bei etwa 35-40\u00b0, was bedeutet, dass der Bildkreis kleiner ist und damit weniger Verstellm\u00f6glichkeiten vorhanden sind. Die einzigen Telekonstruktionen, die ich nehmen w\u00fcrde, w\u00e4ren die Tele-Xenare. Bei den Artonen ist das Angebot etwas un\u00fcbersichtlich: Z.B: gibt es vom 5,5\/250 zwei Versionen, die ohne genauere Kenntnis nicht unterscheidbar sind. Eines zeichnet nur das 6,5&#215;9-Format aus und das andere reicht f\u00fcr 4&#215;5 inch plus einiger Verstellreserven. Allerdings sind sie auch vorrangig f\u00fcr das kleine Format gedacht.<\/p>\n<p>Zudem sollte man darauf achten, keine Objektive f\u00fcr den Alltagsbedarf zu kaufen, deren Verschluss gr\u00f6\u00dfer als 3 oder kleiner als 0 ist. Es gab von Deckel mal die Compound-Verschl\u00fcsse, die auch in Gr\u00f6\u00dfen von 4 und 5 gefertigt wurden.Hier mal die wichtigsten Gr\u00f6\u00dfen: 00: Bohrung in der Platine 26mm. Nur noch mit alten Optiken zu finden. 0: G\u00e4ngig bei k\u00fcrzeren Brennweiten bis 150mm. 1: Etwa 150-210 mm. Gr\u00f6\u00dfe 3: 240-360mm Brennweite.<\/p>\n<h1>Das Alter der Objektive<\/h1>\n<p>&#8230;ist sehr relativ. Grunds\u00e4tzlich lassen sich Objektive schon fast wie bei den Modelleisenbahnern in Epochen einteilen, an deren Anfang es einen technologischen Quantensprung gegeben hat. Wenn man das so will:<\/p>\n<p>Steinalt: Vor 1900.<\/p>\n<p>Alt: Nach dem Ersten Weltkrieg bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Also bis etwa 1948.<\/p>\n<p>Nicht ganz so alt: Nachkriegszeit von 1948 bis etwa 1970.<\/p>\n<p>Neuer: Alles, was mehrschichtverg\u00fctet ist, bis etwa Ende der 1980er Jahre.<\/p>\n<p>Neu: Die Apochromaten wie z.B. die Apo-Symmare wurden erst ab etwa 1990 gebaut.<\/p>\n<p>Digitalzeitalter und wirklich neu: Alles ab etwa Baujahr 2000.<\/p>\n<p>Es ist wichtig zu wissen, dass die APO-Symmare z.B. immer noch auf den Rechnungen der 1950er Jahre basieren. Verbesserungen gab es vor allem beim Bildkreisdurchmesser und bei der Verg\u00fctung. Die Abbildungsqualit\u00e4t moderner Objektive muss gerade hier nicht zwangsl\u00e4ufig besser sein, wenn das Objektiv neuer ist. Auch Negative von einem Symmar aus den 1950ern oder einem Angulon aus der Nachkriegszeit sind scharf genug, um wirklich scharfe Abz\u00fcge davon anfertigen zu k\u00f6nnen. Das Problem liegt eher bei den Filmen.<\/p>\n<h1>Die Kameraeinstellungen<\/h1>\n<p>Eine Gro\u00dfformatkamera erlaubt grunds\u00e4tzlich zwei Dinge: Man kann beide Standarten meistens schwenken oder neigen, wie man man das bei der Verlagerung der Sch\u00e4rfeebene tut und man kann sie verschieben. Das wiederum geht direkt und indirekt. Letzteres wird vor allem wichtig, wenn man wie z.B. bei der Shen Hao das R\u00fcckteil wohl in der H\u00f6he aber nicht seitlich verstellen kann. Studiokameras bieten zudem noch eine Skalierung und Nullrasten, um eine definierte Nullverstellung zu bieten: Das Verhalten der Objektive ist dann dem der starren Kameras entsprechend.<\/p>\n<p>Man beginnt mit der einfachsten \u00dcbung, der Verschiebung. Die Abbildung unten zeigt, was passiert, wenn man die Bildebene nach unten verschiebt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/verschiebung_bildstandarte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1254\" title=\"verschiebung_bildstandarte\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/verschiebung_bildstandarte.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/verschiebung_bildstandarte.jpg 960w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/verschiebung_bildstandarte-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/verschiebung_bildstandarte-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie man sehen kann, sollte man eine Verschiebung der Bildebene nur innerhalb des Bildkreises vornehmen. Wenn man das nicht tut, wird die Bildqualit\u00e4t an den Bildr\u00e4ndern schlechter; zuerst gibt es einen Helligkeitsabfall und dann beginnt der Bereich der Unsch\u00e4rfe. Das Ergebnis: Der Horizont im Bild r\u00fcckt nach oben. \u00dcblicher ist allerdings, die Frontstandarte mit dem Objektiv nach oben zu verschieben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1263\" aria-describedby=\"caption-attachment-1263\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarunverstellt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1263\" title=\"sinarunverstellt\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarunverstellt.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarunverstellt.jpg 800w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarunverstellt-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarunverstellt-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1263\" class=\"wp-caption-text\">Eine Studiokamera. Hier eine Sinar F in unverstelltem Zustand.<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_1261\" aria-describedby=\"caption-attachment-1261\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinaribildbeneverschoben.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1261\" title=\"sinaribildbeneverschoben\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinaribildbeneverschoben.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"595\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinaribildbeneverschoben.jpg 800w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinaribildbeneverschoben-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinaribildbeneverschoben-403x300.jpg 403w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1261\" class=\"wp-caption-text\">Nochmal die Sinar, hier mit nach oben verschobener Bildstandarte.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das kann man direkt an der Standarte selbst tun, aber es ist manchmal fraglich, ob das auch geht: Mit einer Speed Graphic z.B. ist das nur sehr eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Dann kann man zu einer anderen Methode mit denselben Resultaten greifen, die sich indirekte Verschiebung nennt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1262\" aria-describedby=\"caption-attachment-1262\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarindirektverschoben.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1262\" title=\"sinarindirektverschoben\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarindirektverschoben.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"581\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarindirektverschoben.jpg 800w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarindirektverschoben-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/sinarindirektverschoben-413x300.jpg 413w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1262\" class=\"wp-caption-text\">Wieder die Sinar. Diesmal indirekt verschoben. Man achte auf die Stellung des Grundrohrs.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, ist so ein Unterfangen mit einer Pressekamera wie der Speed Graphic etwas schwieriger bis gar nicht in die Realit\u00e4t umzusetzen. So eine Kamera hat zwar ihre Reize, vor allem finde ich sie sch\u00f6n, aber sobald solche Dinge wichtig werden, muss man andere Kaliber auffahren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1258\" aria-describedby=\"caption-attachment-1258\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexunverstellt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1258\" title=\"graflexunverstellt\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexunverstellt.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexunverstellt.jpg 800w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexunverstellt-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexunverstellt-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1258\" class=\"wp-caption-text\">Eine Speed Graphic. Schlechter Zustand. Aber mit dichtem Balgen. Hier in unverstelltem Zustand.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hier kann man schon erkennen, dass ein paar Hebelchen weniger vorhanden sind, als es bei der Sinar der Fall ist. Die Bildebene kann man gar nicht verschieben und die Objektivebene nur etwa 15mm seitlich und etwa 20mm in der H\u00f6he. Der Grund liegt darin, dass diese Kameras f\u00fcr so einen Einsatzzweck nicht gedacht und damit auch nicht geeignet sind. Wegen ihrer Kompaktheit, ihres manchmal sehr g\u00fcnstigen Preises und des geringen Gewichtes sind sie trotzdem interessant.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1264\" aria-describedby=\"caption-attachment-1264\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexverschoben1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1264\" title=\"graflexverschoben\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexverschoben1.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexverschoben1.jpg 800w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexverschoben1-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/graflexverschoben1-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1264\" class=\"wp-caption-text\">Indirekte Verschiebung beim anderen Extrem, der Speed Graphic.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie man sehr sch\u00f6n sehen kann, ist hier der Laufboden um ca. 10\u00b0 nach unten geklappt. Die Frontstandarte l\u00e4sst sich nach hinten um diesen Betrag neigen.<\/p>\n<p><strong>Sch\u00e4rfeverlagerung nach Scheimpflug<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Im Normalfall besitzt ein Gro\u00dfbildobjektiv die Eigenschaft, \u00fcber einen gr\u00f6\u00dferen Bildkreis zu verf\u00fcgen, als eigentlich f\u00fcr eine normale Aufnahme notwendig erscheint. Das hat allerdings Gr\u00fcnde. Bei einer starren Kamera sieht das so aus wie auf dem Bild unten:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_starre_Kameras.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1231\" title=\"Bildkreis_starre_Kameras\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_starre_Kameras.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_starre_Kameras.jpg 960w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_starre_Kameras-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_starre_Kameras-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie erkennbar ist, gibt es bei einer starren Kamera nur genau eine Ebene, auf die fokussiert werden kann und die auf dem Negativ vollst\u00e4ndig scharf erscheint. Das ist die Motivebene, der Bereich, auf den fokussiert wurde. Alles, was sich davor oder dahinter befindet, ist mehr oder weniger unscharf. Die Sch\u00e4rfentiefe steigt mit Abblenden des Objektivs an, aber bei diesem Begriff geht es eher um das, was in den Abbildungen scharf erscheint, nicht darum, was wirklich maximal scharf ist. Die Sch\u00e4rfentiefe h\u00e4ngt wiederum von diesen Faktoren ab: Abbildungsma\u00dfstab: Je kleiner, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Sch\u00e4rfentiefe. Blende: Je weiter geschlossen, desto gr\u00f6\u00dfer. Entfernung: Je gr\u00f6\u00dfer, desto gr\u00f6\u00dfer wird die Sch\u00e4rfentiefe, negativ- proportional zum Abbildungsma\u00dfstab. Und zu guter Letzt: Je st\u00e4rker das Negativ vergr\u00f6\u00dfert wird, desto kleiner wird wiederum die Sch\u00e4rfentiefe, was immer wieder gern vergessen wird. Zudem gibt es Gelegenheiten, bei denen entweder Abblenden nicht ausreicht, um das Gew\u00fcnschte scharf zu bekommen oder man will nur einen exakt definieren Bereich scharf erscheinen lassen. F\u00fcr solche F\u00e4lle gibt es die Sch\u00e4rfeebenenverlagerung nach Scheimpflug, die mit einer flexiblen Kamera leichter zu realisieren ist, als das mit einer starren Kamera der Fall ist. Genaugenommen geht das mit jedem Objektiv, dessen Bildkreisdurchmesser gr\u00f6\u00dfer ist als die Diagonale des Negativs. Bei starren Kameras wie einem Kleinbild- oder Mittelformatmodell braucht man im Regelfall spezielle Objektive, die teurer sein k\u00f6nnen, als eine komplette gebrauchte Gro\u00dfformatausr\u00fcstung.<\/p>\n<p>Bei einer flexiblen Kamera sollte daher der Bildkreis des Objektives so aussehen wie auf der Grafik unten:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_flexible_Kameras.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1232\" title=\"Bildkreis_flexible_Kameras\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_flexible_Kameras.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_flexible_Kameras.jpg 960w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_flexible_Kameras-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Bildkreis_flexible_Kameras-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Durch den gr\u00f6\u00dferen Bildkreisdurchmesser kann man das Objektiv auch noch anders nutzen als bei starren Kameras. Wie bereits ersichtlich ist, ist das Bild kleiner als der Bildkreis des Objektivs. Wir k\u00f6nnen das Ganze also auch noch etwas anders gestalten und das f\u00fcr unsere Zwecke nutzen. Gehen wir also mal davon aus, dass die Bende offen bleiben soll und wir in einem bestimmten Bereich fokussieren wollen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Scheimpflug.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1233\" title=\"Scheimpflug\" src=\"https:\/\/blog.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Scheimpflug.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Scheimpflug.jpg 960w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Scheimpflug-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.klicklack.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Scheimpflug-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dazu verstellt man die Bild- und die Objektivebene so weit, bis sich ihre verl\u00e4ngerten Achsen mit der verl\u00e4ngerten Achse der gedachten Motivebene in einem Punkt treffen. Zudem kann man das auch noch variieren: Man muss nicht beide Ebenen verstellen, sondern kann das auch mit nur einer tun und zum selben Ergebnis kommen. Im Normalfall wird das zuerst mit der Objektivstandarte versuchen, weil eine Verstellung der Bildstandarte auch zu zus\u00e4tzlichen Verzerrungen f\u00fchren kann: Es ist durchaus m\u00f6glich, ein Auto mit diesem Gestaltungsmittel einen Meter k\u00fcrzer oder l\u00e4nger erscheinen zu lassen, als es tats\u00e4chlich ist. Einen Tischtennisball kann man so auch in ein Ei verwandeln und umgekehrt. Eigentlich ist das eine ganz einfache Verstellung. Aber sie verlangt \u00dcbung und Augenma\u00df. Zudem kann man auch noch in die Gegenrichtung verstellen und so die Sch\u00e4rfe nicht nur in einer Ebene zeigen, sondern genau auf einen Punkt setzen. Das ist das Gegenteil von Scheimpflug, der Anti-Scheimpflug. Mit einer Studiokamera auf einer Optischen Bank geht das immer. Bei Laufbodenkameras k\u00f6nnen die Verstellm\u00f6glichkeiten eingeschr\u00e4nkt sein, vor allem an der Bildstandarte.<\/p>\n<p>to be continued&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Gro\u00dfformatkamera ist kein einfaches Ding, wie schon die Bilder von der Shenhao zeigen. 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